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Windenergie in Parchim/Goldenbow : Bürger müssen endlich das Wort haben

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Schon auf der jüngsten Kreistagssitzung hat der Goldenbower Andreas Sturm eine Lanze für den zeitweiligen Ausschuss Windenenergie gebrochen. Am Donnerstag sollen die Mitglieder gewählt werden.

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erstellt am 19.Jun.2013 | 06:15 Uhr

parchim/goldenbow | Schon auf der jüngsten Kreistagssitzung hat der Goldenbower Andreas Sturm (Die Linke) eine Lanze für den zeitweiligen Ausschuss Windenenergie gebrochen. Heute sollen die Mitglieder gewählt werden. "Wir müssen endlich mit den Bürgern ins Gespräch kommen, was künftige Standorte und den Ausbau betrifft", plädierte Sturm gestern bei einem Vor-Ort-Termin in Goldenbow, das praktisch mit Windrädern gespickt ist. "Jetzt ist es doch so, dass die Gemeinden von den Windenergieanlagen kaum profitieren. Wir haben die Räder massenweise vor der Haustür stehen. Andererseits müssen wir nachts die Straßenlampen abschalten, weil kein Geld in der Gemeindekasse ist." Die kommunale Familie werde bei den Vorhaben nicht mitgenommen. Ob die Gemeinde ihre Zustimmung erteile oder nicht, sei offenbar nicht von Interesse. Deshalb will Andreas Sturm auch einen starken Ausschuss, der in den Kommunen tage.

Bereits für nächsten Mittwoch, 26. Juni, 18 Uhr, hat der Kommunalpolitiker eine große Informationsveranstaltung im Friedrichsruher Gemeindezentrum organisiert. Experten des Regionalen Planungsverbandes und des Amtes für Raumordnung und Landesplanung sind eingeladen. Interessant dürfte es auch für viele Bürger benachbarter Gemeinden werden. Sturm: "Das nimmt mittlerweile Ausmaße an, von denen wir noch nichts ahnen."

Goldenbow kann nur beim sogenannten Repowering zusehen. Der Begriff meint den Ersatz älterer durch neuere, meist höhere. Die Bürger rechnen mit 1000 Schwertransporten durch ihren beschaulichen Ort.

Derzeit kursieren wildeste Gerüchte über Investorengruppen, die durchs Land ziehen und Vorverträge schließen. Das hatte sogar Landrat Rolf Christiansen (SPD) bewogen, den Kommunen ein Abwarten zu empfehlen. Auch sei zu überlegen, die Wertschöpfung vor Ort zu lassen. Warum sollten Gemeinden und regionale Energieversorger nicht selbst Windparks betreiben? Auch Andreas Sturm lehnt Windenergie nicht rundweg ab. Aber die Akzeptanz vor Ort müsse vorhanden sein. Dabei könne der Kreistags-Ausschuss eine wichtige Rolle spielen. Sorge bereitet dem Goldenbower Kreistagsmitglied das Ausspielen verschiedener Interessen in den Gemeinden: Die Besitzer der Windkraft-Flächen verdienen enorm, andere gehen leer aus. Irgendwann geht ein Riss durch die Gemeinde. Der Windkraft-Ausschuss des Kreistages könnte aber auch Detektivarbeit leisten und eine Frage klären, die sich viele stellen: Warum haben die Betreiber der Anlagen einen offenkundigen Wissensvorsprung? Andreas Sturm: "Warum wissen die Investoren genau, wo was geht, aber die Kommunen nicht?"

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