Bützow : Bündnis betreibt Feldforschung

Begegnungszentrum im Miniformat: Die gesammelten Ideen für die Nutzung des Hauses Kirchenstraße 36 verarbeiteten die Workshopteilnehmer in einem dreidimensionalen Modell.
Begegnungszentrum im Miniformat: Die gesammelten Ideen für die Nutzung des Hauses Kirchenstraße 36 verarbeiteten die Workshopteilnehmer in einem dreidimensionalen Modell.

Bei einem zweitägigen Workshop wurden Ideen für die inhaltliche Gestaltung der Kirchenstraße 36 gesammelt

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06. November 2017, 05:00 Uhr

Beim lokalen Bündnis „Eine Blume für Bützow“ drehte sich in den vergangenen Monaten alles um das Haus Kirchenstraße 36. Ein Begegnungszentrum soll daraus werden, Ideen, wie dieses aussehen könnte, gibt es viele. Beim Erstellen des inhaltlichen Konzeptes will sich die Initiative aber nicht nur auf sich selbst verlassen, sondern vor allem die zu Wort kommen lassen, für die das Haus nach seiner Sanierung immer offen sein soll: die Bützower. Um herauszufinden was diese denken, haben sich die Bündnismitglieder am Sonnabend gemeinsam mit vielen anderen Engagierten, darunter viele mit Flucht- und Migrationshintergrund, über die ganze Stadt verteilt und nachgefragt. Die Aktion war Teil eines zweitägigen Workshops, bei dem Ideen für die inhaltliche Ausgestaltung des Hauses gesammelt werden sollten. Das Ergebnis dieser Feldforschung: Der Wunsch nach einer Begegnungsstätte ist groß.

Die Stimmen hatten die Workshopteilnehmer an verschiedenen Stellen in der Stadt eingeholt. So sprach Birgitta Kinscher, seit Kurzem Mitglied beim Bündnis, mit ihrer Gruppe Menschen auf einem Supermarktparkplatz an. Es habe zwar einige Befragte gegeben, die ad hoc keine Ideen für mögliche Angebote der Begegnungsstätte hatten, aber die meisten hätten Vorstellungen geäußert, erzählte Birgitta Kinscher. „Einige sagten zum Beispiel, dass sie gern etwas für Ältere hätten, andere sprachen von einem Mittagstisch. Ein Mann sagte, ein handwerkliches Angebot wäre gut, er könne sich sogar vorstellen, Seminare zu geben.“

Außerdem hoch im Kurs bei allen Beteiligten: gemeinsames Kochen, Spielenachmittage, die aktive Nutzung des Gartens und Musikveranstaltungen.

Eine andere Gruppe war in den Geschäften unterwegs, um die Gewerbetreibenden nach ihrer Meinung zu fragen. Auch deren Meinung war, neben einigen Ausnahmen, positiv. Der Tenor: Alles, was die Innenstadt belebt, ist willkommen.

Bei ihren Befragungen räumten die Workshopteilnehmer auch gezielt mit dem Vorurteil auf, dass vor allem Flüchtlinge von dem geplanten Begegnungszentrum profitieren sollen. „Wir haben in den Vordergrund gestellt, dass die öffentliche Nutzung für alle gedacht ist. So wäre ein Deutschkurs für Flüchtlinge beispielsweise ja nur ein Angebot von vielen, das möglich wäre“, betonte Birgitta Kinscher.

Die Vorschläge der Bützower wurden Sonnabendnachmittag im Seehof Rühn zusammengetragen, wo der Workshop stattfand. Unter Anleitung von Heike Ernst, Dozentin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, und Adrienne Stöppler, Kommunikationsdesignerin, entstanden, zunächst in Plakatform, dann dreidimensional, Modelle eines Begegnungszentrums, die die zahlreichen Vorstellungen der Bützower unter einem Dach vereinten.

Die Ergebnisse des Workshops sollen in einem Auswertungsgespräch der Stadt präsentiert werden. „Das, was an Bedarf da ist, kann dann in die Planungen mit aufgenommen werden“, sagt Monika Finck vom Bündnis. Inwiefern die zusammengetragenen Ideen umgesetzt werden können, hängt davon ab, wie sie finanziell und personell bewältigt werden können. „Der Workshop sollte eine Grundlage für die Entwicklung eines Konzeptes liefern. Die nächste Aufgabe ist nun, herauszufinden, wie es realisiert werden kann“, so Monika Finck.

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