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Bützower Zeitung

14. Dezember 2017 | 05:33 Uhr

Schwaan : Buchen unterm Hammer

vom

Bei der Wertholzversteigerung in Schwerin kam Laubholz unter den Hammer. Eichen und Eschen, aber auch Buchen aus dem Schwaaner Lindenbruch - Unverständnis beim UND. Arnd Müller spricht von "Waldverwüstung".

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erstellt am 27.Jan.2012 | 12:24 Uhr

Schwaan | Bei der 21. Wertholzversteigerung des Landes Mecklenburg-Vorpommern kamen gestern in Schwerin-Mueß knapp 677 Festmeter Laubholz unter den Hammer. Rund 70 Prozent davon waren Eichen und Eschen. Aber auch einige Festmeter Buchen aus dem Schwaaner Lindenbruch wurden gestern versteigert.

Die Fällaktion im städtischen Naherholungsgebiet sorgte bei Arnd Müller, Referent beim Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für Unverständnis. In einer Pressemitteilung spricht Müller von "Waldverwüstung". Der Waldboden ist zerwühlt, die Wege sind zerfahren, fast alle Altbäume - meist starke Buchen - entnommen. Die Szenerie gleicht einem Kahlschlag." Er habe sich an das zuständige Forstamt gewandt, mit der Bitte um Aufklärung.

Schwaans Bürgermeister Peter Faix versteht diese Aufregung nicht. Richtig sei, dass die Stadt die Bewirtschaftung des Waldes dem Forstamt Bad Doberan übertragen hat. "Das sind die Fachleute und die arbeiten nach einem forstwirtschaftlichen Konzept", so Faix. Vor fünf Jahren seien bereits in einem Teil des Lindenbruchs Bäume gefällt worden, nun sei der andere Bereich dran. Dass bei Bäumen mit einem Umfang von 1,20 Metern und mehr natürlich auch schwere Technik zum Einsatz kommen muss, sei selbstverständlich.

Von Waldverwüstung und Kahlschlag zu sprechen, das entspreche nicht der Tatsache, sagt Felix Weisbrich, Leiter des Forstamtes Bad Doberan. Richtig sei, dass auf einer Dreiecksfläche im Bereich des Friedhofes und eines Wanderweges starke Eingriffe vorgenommen wurden. "Hier stand die Stadt aber zusätzlich in der Verkehrssicherungspflicht", so der Forstamtsleiter. Sprich: Schadhafte Bäume mussten gefällt werden, um Gefahren abzuwenden. Neben den Buchen wurden zudem absterbende Eschen gefällt. Er habe sich das nach dem Hinweis von Arnd Müller selbst noch einmal angeschaut. Für Felix Weisbrich sei die Fällaktion bezogen auf die gesamte Fläche ganz normal. Natürlich werden die durch die Räumtechnik verursachten Fahrspuren nach Ende der Fällaktion geglättet. Für längere Zeit zurückbleiben werden noch einige Hiebreste, die dann als Brennholz abgegeben werden, so der Forstamtsleiter. Hinzu komme, dass durch den verstärkten Lichteinfall künftig eine starke natürliche Verjüngung einsetze, junge Bäume schnell nachwachsen werden.

Schwaans Bürgermeister Peter Faix ist überzeugt, dass die Experten wissen, was sie tun. "Schauen sie in den linken Bereich des Lindenbruchs, da sieht man von den Arbeiten von vor fünf Jahren auch nichts mehr."

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