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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 02:15 Uhr

Warnow : Brückengeflüster an der Warnow

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Verbindung zwischen Klein Raden und Groß Görnow wieder offen / Donnerstag Diskussion über weiteres Schicksal der Holzkonstruktion

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 16:34 Uhr

Das war vielleicht eine Überraschung am zurückliegenden Wochenende. Die Holzbrücke für Fußgänger, die zwischen Groß Görnow (Sternberg) und Klein Raden (zur Gemeinde Warnow gehörend) über die Warnow führt, ist wieder passierbar. Mitarbeiter vom Naturpark Sternberger Seenland haben das Geländer  rechtzeitig zum herrlichen Spätsommer-Wochenende repariert. Seit 2. August war die Brücke gesperrt, eine Wiederöffnung auf einen unbestimmte Zeit vertagt worden. Am kommenden Donnerstag, 9. Oktober soll nun über das weitere Schicksal der für den Tourismus so attraktiven und so wichtigen Wegeverbindung neu diskutiert werden.

Nach Auguststurm kam die Sperrung
Rückblende: Bei einem Unwetter am 2. August  war die  Krone einer mächtigen Buche abgebrochen  und  auf die Brücke gestürzt. Dabei war die 1993 von René Veit, der in Brüel ein forstliches Lohnunternehmen betreibt, errichtete  Brücke mit ihrer Unterkonstruktion  aus naturbelassener Eiche erheblich in Mitleidenschaft  gezogen worden (SVZ berichtete). „Für lange Zeit keine Brücke mehr im Warnow-Durchbruchtal“ titelte die Bützower Zeitung am 16. August. Denn  Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt  erklärte seinerzeit,  das eine Reparatur des Geländers  „aus wirtschaftlicher Sicht wenig sinnvoll ist. Der Aufwand wäre unvertretbar.“ Eine neue Brücke muss her. Doch diese koste, so Quandt „einige 100 000 Euro“.

Doch auch ohne den Sturmschaden  hätte die Brücke im kommenden Jahr aus Sicherheitsgründen   wahrscheinlich  sowieso  gesperrt werden müssen. Übers Ob und Wann streiten sich seit Wochen und Monaten die zuständigen Ämter Sternberger Seenlandschaft und Bützow-Land, so Jan Lippke,  stellvertretender Leiter des Naturparks Sternberger Seenland, auf Nachfrage gegenüber SVZ. „Die Bützower sollen zur Brücke ein Gutachten in  Auftrag gegeben  haben. Gesehen hat das jedoch bisher keiner“, erklärte Lippke vor gut zwei Wochen. Bützows Bauamtsleiterin Doris Zich: „Das Gutachten müsste aber dort mittlerweile vorliegen.“

Bützow weiß von der „großer Runde“ nichts
Wie es jetzt zur überraschenden Wiedereröffnung gekommen ist erklärt  Jan Lippke  so: „Wir haben uns die Sache nochmals angesehen: Der Unterbau der Brücke  ist nicht beschädigt.“ So sei jetzt die Reparatur erfolgt. Jedoch sollen dort jetzt  Schild  „Betreten auf eigene Gefahr“ aufgestellt werden. Eine Dauerlösung ist das aber nicht. Darum tagt man  am kommenden Donnerstag, 9. Oktober, um 9.30 Uhr, in großer Runde im Wariner Naturschutzzentrum zwecks Ideenfindung, wie es weiter geht  mit dieser „Grenzland“-Brücke, war aus dem Naturparkzentrum zu erfahren. Die Seite  von Groß Görnow gehört territorial zur Stadt Sternberg, am anderen Ufer  hat jedoch die Gemeinde Warnow das Sagen. Die Fluss-Mitte trennt  hier die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Rostock. Darum wird  am Donnerstag alles doppelt besetzt sein: Kommunen, Ämter, Untere Naturschutzbehörden und auch z. B. die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu). Darauf angesprochen zeigten sich Zich und Bützows Bürgermeister Christian Grüschow, zugleich der leitenden Verwaltungsbeamte des Amtes Bützow-Land, gestern verwundert. Von einer solchen Einladung wüssten sie nichts.

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