Brückenfest: Feilschen um jeden Cent

<strong>2</strong><strong>012 wurden einige Angebote des Stadtfestes</strong> auch auf dem Marktplatz ausgetragen. Dieses Jahr ist noch nicht sicher, wie der Platz einbezogen wird. <foto>Archiv </foto>
2012 wurden einige Angebote des Stadtfestes auch auf dem Marktplatz ausgetragen. Dieses Jahr ist noch nicht sicher, wie der Platz einbezogen wird. Archiv

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15. Januar 2013, 10:21 Uhr

Schwaan | Es ist ein Feilschen um jeden Cent: Die CDU-Fraktion stellt auf der morgigen Stadtvertretersitzung um 19 Uhr den Antrag, 15 000 Euro für die Ausgestaltung des diesjährigen Brückenfestes in den Haushalt einzuplanen. Die Verwaltung hat dafür bisher 19 000 Euro vorgesehen.

Damit beim Stadtfest die Kosten dieses Jahr nicht überschritten werden, machen nun sowohl die Stadtverwaltung als auch die CDU-Fraktion konkrete Sparvorschläge. Sie sind auf Grundlage der Empfehlungen des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Kommunalentwicklung sowie des Ausschusses für Jugend und Senioren, Soziales, Bildung und Kultur entstanden. "Für mich ist es vorstellbar, für die Schwaaner ein Innenstadtfest im Juni auf dem Markt durchzuführen. Das Brückenfest kann dann wie in gewohnter Weise im größeren Rahmen auf dem Festplatz stattfinden", sagt Bürgermeister Mathias Schauer.

Das mögliche "Marktfest" im Juni würde laut Verwaltungsvorschlag am Freitag beginnen und am Sonntag enden. Aus Gründen des Lärmschutzes wird an allen drei Tagen um 20 Uhr Schluss gemacht.

Für diese Variante hat die Verwaltung ebenfalls eine erste Kostenschätzung erstellt. Für einen Bewerber, der das Fest auf dem Marktplatz gestalten soll, sind 6000 Euro vorgesehen. Allerdings werden laut Stadt durch Spenden-, Sponsoren- und Eintrittsgelder Einnahmen von 2700 Euro erwartet. So würde die Endsumme für dieses Innenstadtfest mit Berücksichtigung aller Ausgaben und Einnahmen 5800 Euro betragen. "Sollte hier beispielsweise der Markt gesperrt werden, weil dort die Bühne steht, könnte die Umleitung über den Deponieplatz erfolgen, wofür uns schon die Genehmigung vorliegt", sagt Verwaltungschef Schauer. Ein anderer Platz für das Marktfest, den auch die CDU-Fraktion angibt, könnte der Kirchplatz und in der Pfarrstraße, also hinter dem Rathaus II, sein.

Für das Stadtfest auf der Festwiese Mitte August muss ein größerer Betrag aufgebracht werden. Rund 7000 Euro - nach Abzug der Einnahmen - kalkuliert die Verwaltung für diese Variante ein. Für den Bewerber, der dieses Fest gestaltet, sind ebenfalls 6000 Euro vorgesehen.

Die CDU-Fraktion veranschlagt für diesen Platz eine Summe von 5000 Euro. Kleiner Wermutstropfen: Beim Fest im August wird es laut Verwaltungsvorschlag nur noch ein Feuerwerk geben - nicht zwei wie in den Jahren zuvor. Etwa 1400 Euro könnten so eingespart werden.

Auch die zweite Verwaltungsvariante - das Brückenfest auf das Areal der Festwiese sowie rund um das Rathaus II zu beschränken und an einem Wochenende zu veranstalten - erzeugt ähnlich hohe Kosten. Schätzungsweise 16 800 Euro muss die Stadt dafür hinblättern, nach Abzug der Einnahmen von Standgeldern, Spenden und Eintritt wären es noch 12 600 Euro. "Uns ist wichtig, dass Schwaaner Unternehmen - egal für welche Variante sich nun entschieden wird - auf beiden Festplätzen eingebunden werden", sagt Gerd Dümmel, Vorsitzender der CDU Schwaan. Die restlichen 4000 Euro, die bei ihrem Betrag nach Abzug der Kosten für die beiden Festplätze übrig bleiben, sollen der Verwaltung in Absprache mit der Stadtvertretung zur Verfügung stehen, sagt Gerd Dümmel.

Laut Verwaltung ergibt sich bei beiden Veranstaltungsvarianten der gleiche Betrag - 16 800 Euro. Der Vorteil: Die Kosten für eine weiträumige Umleitung des Lkw-Verkehrs über Groß Grenz für die Sperrung des Marktplatzes entfielen. Im Vergleich zu 2013 könnten so etwa 3500 Euro gespart werden. Auch der Wegfall von einem Feuerwerk trägt zur Kostenersparnis bei. Summa summarum fallen in beiden Varianten im Vergleich zum Vorjahr (rund 25000 Euro) über 8000 Euro weniger an.

"Sollte bei der zweiten Veranstaltungsvariante doch der Marktplatz miteinbezogen werden, müsste eine noch weiträumige Umleitung über Bölkow erfolgen, da die Groß Grenzer keinen Lkw-Verkehr mehr durch ihren Ort wünschen", warnt Mathias Schauer. Allerdings würden die Kosten in diesem Fall enorm nach oben schnellen - 5000 Euro müsste die Stadt für diese Lösung berappen.

Der Bürgermeister ist jedoch dafür, organisatorisch alles so wie in 2012 zu belassen. Demnach könnten Ralf Scheiner und Karl-Heinz Warning, Mitglieder des Vereins "Bürger für Schwaan", ehrenamtlich das Geschehen auf dem Marktplatz organisieren.

Die Gestaltung des Festplatzes könnte wieder Veranstalter Axel Voss übernehmen - allerdings ohne finanzielle Unterstützung für das Feuerwerk.

Kleine Notiz am Rande: In keinem der Beschlussvorschläge wird von einer Ausschreibung für die Gestaltung des Festes gesprochen.

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