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Bützower Zeitung

12. Dezember 2017 | 17:05 Uhr

Brückenfest bald in fremden Händen?

vom

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2012 | 10:28 Uhr

Schwaan | Die Stadt Schwaan muss und will sparen. Um im kommenden Jahr Ausgaben zu minimieren, sollen auch die Kosten für das beliebte Brückenfest nicht wieder über das diesjährige Niveau steigen. "Es war schon 2010 vereinbart worden, dass über drei Jahre lang die Kosten um zehn Prozent reduziert werden", sagte Ina Blank, Vorsitzende des Finanzausschusses. Wenn man die Kosten für die Umleitung heraus rechne, dann sei der Beschluss von 2010 aufgegangen, und der Betrag liege nun bei 20 000 Euro, sagte sie auf der jüngsten Stadtvertretersitzung.

Damit die Kosten auch weiterhin auf diesem Level bleiben, soll die Organisation des Festes für das kommende Jahr ausgeschrieben werden. Derzeit wird in einigen Ausschüssen über einige Möglichkeiten geredet. Während sich die Mitglieder des Finanzausschusses auf die kommende Sitzung am 7. November, zu der auch die Vertreter des Bildungs- und Kulturausschusses kommen, mit einer Diskussionsgrundlage vorbereiten, haben sich Gewerbetreibende bereits eine Meinung gebildet.

"Ich verstehe nicht, warum es nun eine Ausschreibung geben soll", sagt Siegfried Faix, Inhaber der Gaststätte "Deutsches Haus". Die Stadt denke nur daran, Kosten einzusparen. Doch laut Siegfried Faix habe sie nicht im Blick, was letztendlich dabei herauskomme, fügt er hinzu. Vergangenes Jahr musste die Veranstaltung aufgrund der großen Niederschlagsmengen von der Warnow auf die Festwiese verlegt werden. "Das hat alles geklappt und die Schwaaner waren begeistert", sagt der Gastronom. Und das sei doch die Hauptsache, fügt er hinzu.

Siegfried Faix ist von Anfang an dabei, hat erlebt, wie das Brückenfest immer größer wurde und hat jahrelang selbst in einem Bierwagen gestanden und Getränke ausgeschenkt. Besonders begeistert hatte ihn die Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden, Händlern und der Stadt zur 775-Jahr-Feier 2005. "Da gab es zahlreiche Verhandlungen und Beratungen zwischen den vielen Mitwirkenden und das Fest ist schließlich ein Erfolg geworden", erinnert sich Siegfried Faix an das tolle Jahr. Zudem beobachte er, dass sich seit Jahren immer die gleichen Leute an den gleichen Bierständen treffen. "Die Leute warten richtig auf dieses Fest, nehmen sich für diese Tage extra Urlaub und treffen hier alte Bekannte wieder, mit denen sie mal wieder in Ruhe erzählen können", sagt Faix. Mit einem Veranstalter, der von außen komme, könnte dieses Gefüge eventuell nicht mehr gegeben sein, merkt er an.

Die Mehrkosten des Brückenfestes, die dieses Jahr durch die Umleitung wegen der Veranstaltung auf dem Marktplatz entstanden, könnten durch ein anderes Konzept vermieden werden. Laut Siegfried Faix müsste der Markt nicht mehr einbezogen werden. "In der Kirchenstraße könnte nach wie vor der Handwerkermarkt stattfinden und zudem könnte man für einige Stände auch die Pfarrstraße miteinbeziehen", sagt Faix. Viola Präfke, Mitarbeiterin im Ordnungsamt, wies im Bildungsausschuss bereits darauf hin, dass ohne den Marktplatz 5000 Euro eingespart werden könnten.

Bezöge man die Pfarrstraße in das Veranstaltungskonzept mit ein, wäre auch die Verbindung zur Festwiese, die genutzt wird, bis die Arbeiten an der Brücke beendet sind, gewährleistet. Mit diesem Konzept bräuchte man auch keine Umleitung mehr, so dass Ausgaben dafür eingespart würden. "Alles, was man will, kann man auch mit uns und dem langjährigen Veranstalter Voss machen", sagt Siegfried Faix.

Axel Voss vermisst hingegen, dass es dieses Jahr nach dem Fest noch keine richtige Auswertung zwischen den Mitwirkenden gegeben habe. Zudem blickt er skeptisch auf eine mögliche Ausschreibung. "Man kann ein Angebot auch so schreiben, dass es sich gut anhört, doch mit Herzblut müssen die Leute dann nicht unbedingt an die Sache heran gehen", sagt Voss. Er wünschte sich, dass die diversen Ausschüsse mit dem Bürgermeister noch enger zusammenarbeiten würden. "In der Finanzausschusssitzung am 7. November wird über den finanziellen Rahmen des Brückenfestes debattiert und danach dann geschaut, wie die Ausschreibung aussehen soll", stellt Klaus Burzlaff, Ordnungsamtsleiter, klar.

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