Windpark Mistorf : Breitere Bankette für Gemeindestraße

Steffen Behrendt schneidet Baumäste ab, damit die Fracht der Schwerlasttransporter keine Kratzer abbekommt.
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Steffen Behrendt schneidet Baumäste ab, damit die Fracht der Schwerlasttransporter keine Kratzer abbekommt.

Lkw rollen ab März 2014 mit tonnenschweren Elementen durch Neu Kassow und Werler Hof für Windpark Mistorf.

svz.de von
10. Dezember 2013, 00:36 Uhr

Hans-Joachim Lang ist besorgt. Auf der Gemeindestraße, die über Neu Kassow und Werler Hof bis zum Bahnübergang führt, sollen ab März 2014 Schwerlasttransporter von 50 bis zu 90 Tonnen Gewicht fahren. Sie bringen schwere Elemente zu den Grundfundamenten, auf denen die Windkraftanlagen, die zum Windpark Mistorf gehören, stehen werden.

„Die Straße ist aber gar nicht für bis zu 90 Tonnen schwere Lastkraftwagen ausgelegt, sondern nur für zehn Tonnen schwere Transporter“, sagt Lang, der Bürgermeister der Gemeinde Kassow-Werle ist. Eigentlich sollten die Instandsetzungsarbeiten an der 2600 Meter langen Trasse ab 9. Dezember, also ab gestern, beginnen. Doch bisher habe er noch keinen Bescheid bekommen, so Lang. „Die Straße muss verkehrsschonend aufbereitet werden, sodass der Druck, der durch die Schwerlasttransporte auf der Oberfläche lastet, aufgenommen werden kann“, sagt Kassows Bürgermeister. Dabei sollen vor allem die Bankette verbreitert und an einigen Stellen auch einige Löcher „geflickt“ werden. Immer wieder fehlen auf der Strecke Stücke in der Fahrbahnoberfläche oder sind Risse an den Seitenrändern sichtbar. Eine der schlimmsten Stelle ist in Neu Kassow auf Höhe den Häusern Nr. 10 und Nr. 11 zu finden. Fast schon kraterartig fressen sich dort die Straßenlöcher vom Bankett bis in die Fahrbahnmitte hinein. Sollte die Straße, die zwischen 3 und 3,10 Meter breit ist, nicht für die Schwerlasttransporte hergerichtet werden, würde sich deren Zustand massiv verschlechtern. Das will die Kommune auf jeden Fall verhindern.

Doch Hans-Joachim Lang ist zuversichtlich. Meist fangen solche Arbeiten von einem Tag auf den anderen an, gehe alles ganz schnell.

Bereits beendet haben gestern Steffen Behrendt vom gleichnamigen Garten- und Landschaftsbaubetrieb aus Rastow sowie sein Lehrling Mario Bogdanski die notwendigen Baumschnittarbeiten auf der Strecke. „Wir haben ein erweitertes Lichtraumprofil erstellt, damit die Transportfirma mit ihrer Ladung durchkommt und keine Kratzer an den Anlagenteilen entstehen“, erläutert Steffen Behrendt. Die Äste seien nun derart weggeschnitten, dass der Durchlass bei 5 bis 5,50 Meter liege – üblich sind eigentlich 4,50 Meter. Andere Lastkraftwagen sowie Linienbusse bräuchten aber ebenfalls sehr viel Platz. „Die Baumschnittarbeiten kommen im Grunde der Gemeinde zugute“, sagt Behrendt. Doch nicht alle Bäume an der Gemeindestraße mussten gestutzt werden. An einigen Stellen, wie beispielsweise hinter Neu Kassow, sei die Durchfahrt auch breit genug gewesen, erläutert Behrendt. Der Gärtnermeister und sein Azubi haben insgesamt vier Tage – seit vergangenem Mittwoch waren sie mit den Baumschnitt beschäftigt – für die Arbeiten benötigt.

Zum Windpark Mistorf gehören Flächen der Gemeinden Kassow, Oettelin sowie Mistorf/Schwiesow. Bereits vor zwei Monaten wurden an den jeweiligen Anlagen-Standorten etliche Tonnen Erde für das Fundament ausgehoben. Insgesamt sollen 8 Anlagen errichtet werden, allein vier auf dem Gebiet von Kassow. Schon im Juni 2014 sollen sie ans Netz gehen.

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