Gutshaus : Boitin bringt Steine zum tanzen

Der Architekt Ludger Sunder-Plassmann öffnet am Sonnabend Interessierten die Türen zum Boitiner Gutshaus.
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Der Architekt Ludger Sunder-Plassmann öffnet am Sonnabend Interessierten die Türen zum Boitiner Gutshaus.

Ein anspruchsvolles Programm bietet Ludger Sunder-Plassmann am Sonnabend anlässlich der Mittsommer-Remise

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15. Juni 2016, 21:00 Uhr

Auf eine Reise ins Barockzeitalter lädt Ludger Sunder-Plassmann am Sonnabend seine Gäste ein. Am 18. Juni findet die Mittsommer-Remise statt – die Nacht der nordischen Guts- und Herrenhäuser. Im Gutshaus Boitin gibt es aus diesem Anlass ein anspruchsvolles Programm. Neben mittelalterlicher Musik und Tanz gibt es auch ein Geigenkonzert und selbstgefangene Fische.

Das Gutsdomänenhaus gehört zur Klosteranlage Rühn und wurde 1766 erbaut. 1880 wurde ein großzügig angelegtes Obergeschoss hinzugefügt. 40 Jahre zuvor kam zudem ein Melkerhaus hinzu, das heute Gemeindehaus ist. Damals war das Gebäude in Boitin links und rechts von Scheunen eingerahmt. Der Blick war frei auf die Landschaft. Das Gutsensemble mit Wegführung, Speicher und Scheunen ist noch heute erhalten.

Dass die Zeit lange an dem verträumt gelegenen Gutshaus nagte, lässt sich nicht verbergen. „Das Gebäude stand auf der Kippe zur Ruine“, berichtet der Architekt Ludger Sunder-Plassmann, der hier unter anderem sein Büro hat und sich des Baus annahm. Ein 2013 über dem verbliebenen Dach aufgesetztes Notdach stoppte den weiteren Verfall. Die Bausubstanz wurde trocken gelegt und das Gebäude nach Instandsetzung der Kaminköpfe wieder genutzt. Besucher werden im Inneren in der Zeit zurückversetzt. Statt moderner Möbel versprühen alte Stücke ihren Charme.

Die Atmosphäre bietet den idealen Rahmen für die Veranstaltung am Sonnabend. Mit dabei sind die Spielleute der Gruppe Rabengesang. „Sie werden historischen Musik mit historischen Instrumenten vorführen“, erklärt Sunder-Plassmann. Frontmann Sebastian Sack soll bei dieser Gelegenheit die Zuschauer zum tanzen animieren. Mit Blick auf den Boitiner Steintanz und angelehnt an einen Text von Jan Christ entstand so der Titel der Veranstaltung: „Wir lassen die Steine Tanzen“. Der Autor ist ebenfalls zu Gast und liest am Nachmittag aus seinem neuen Essay „Warum ich lieber ein Pole wäre, aber keiner werden konnte.“

Passend zum Thema – mit dem sich Christ Zeit seines Autorenlebens beschäftigte – hat der Gastgeber auch Mitglieder der deutsch-polnischen Gesellschaft eingeladen. „Zum Abend hin gibt es den Auftritt eines Solisten“, verrät Sunder-Plassmann das weitere Programm. Der Geiger Léo Thouvenin-Masson gibt einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Auf Wunsch des Künstlers wird das Konzert vermutlich in die Kirche verlegt. Der Architekt führt zudem Interessierte durch das Gutshaus und macht Ausführungen zu dessen Geschichte.

„Das Programm bleibt witterunsbedingt ein wenig offen“, so Sunder-Plassmann. Sicher sei aber eines: Am Abend gibt es selbst gefangenen Fisch aus der Ostsee und dazu traditionell zubereitete, vegetarische Kost.

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