Benitz : Blauröcke feiern Jubiläum

Ehrung für den Wehrführer Rainer Mohsakowski (links): Amtswehrführer Thomas Kuhlow-Krehl würdigte die 50-jährige Mitgliedschaft des Benitzers in der Freiwilligen Feuerwehr.
Ehrung für den Wehrführer Rainer Mohsakowski (links): Amtswehrführer Thomas Kuhlow-Krehl würdigte die 50-jährige Mitgliedschaft des Benitzers in der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Feuerwehr besteht seit 80 Jahren, der Wehrführer ist seit 50 Jahren dabei.

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13. Mai 2019, 05:00 Uhr

Über den kleinen Ort Benitz fliegt immer wieder ein kleiner, weißer Hubschrauber. Die Freiwillige Feuerwehr hat ihn vor Weihnachten gebucht. Interessierte können, wenn sie eine Karte gekauft haben, fast bis Rostock und zurück fliegen. „Die vielen Rapsfelder“ hat Laura Behn bewundert, die mit ihren Eltern zum zweiten Mal im Hubschrauber auf die Erde niederblickte. Anlass dieser Attraktion war das 80-jährige Bestehen der Feuerwehr Benitz.

Amtswehrführer Thomas Kuhlow-Krehl zeichnete in dieser Feier den Wehrführer für 50-jährige Mitgliedschaft aus, Max Warkentin ist jetzt Hauptlöschmeister. Nachforschungen im Landesarchiv Schwerin hatten ergeben, dass einige Benitzer im Jahr 1939 Blauröcke wurden. „Das erste Einsatzfahrzeug war aus Holz, hatte Eisenreifen und musste von vier Pferden gezogen werden“, berichtete Wehrführer Rainer Mohsakowski den zahlreichen Gästen nach einem Umzug durchs Dorf.

Bis zur Wende zogen dann entweder ein Traktor oder ein Lastwagen einen geschlossenen Tragkraftspritzen-Anhänger. Darauf folgte ein W 50 mit Personenkoffer-Aufbau. „Es hatte etwa 30 Sitzplätze. Keine Feuerwehr in einem weiten Umkreis konnte mehr Kinder befördern als wir“, sagte der Feuerwehr-Chef. Vor 20 Jahren übernahmen die Benitzer ein LF 16, in das die Blauröcke viel Arbeit investierten. Und seit 2011 steht ein TSF W auf MAN-Basis bereit. Mohsakowski fragte, wie die Gemeinde laut Brandschutzbedarfsplanung im nächsten Jahr ein neues Fahrzeug kaufen solle – der Gesetzgeber müsse dafür Geld in die Hand nehmen, denn ohne Hilfe könne das die Kommune nicht. Mohsakowski erinnerte an drei große Brände während seiner Mitgliedschaft: an den Gutsscheunenbrand 1975, an einen Strohmietenbrand 1983 und an das Feuer in einer Strohlagerhalle. Bei den beiden letzten habe die Feuerwehr tagelang nachlöschen und Brandwache halten müssen.

Zur personellen Entwicklung sagte Mohsakowski, dass es Ende der 1960er-Jahre so wenig Blauröcke in Benitz gab, dass sogar 14-Jährige aufgenommen wurden. Er sei einer von ihnen gewesen. „Im Schweriner Innenministerium wollte man uns das nur schwer glauben, als es um die Anerkennung der Dienstjahre ging“, berichtete er. Zurzeit sieht die Lage besser aus: Insgesamt 34 Kameradinnen und Kameraden verzeichnet die Wehr. Wie in anderen Gemeinden aber fehle es an Kameraden, die Pressluft-Atemgeräte tragen dürfen.

Die Wehr löschte aber nicht nur Brände: Sie reparierte an Wochenenden Straßenlampen-Kabel und baute einmal sogar ein Stück Straße. Dafür dankte der Wehrführer allen Kameraden.

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