Steinhagen und Neuendorf : Blauröcke brauchen Nachwuchs

Ein Feuerwehrwettstreit bei Nacht: Der erste Flutlichtpokal in Steinhagen stieß beim Publikum auf großes Interesse.
Ein Feuerwehrwettstreit bei Nacht: Der erste Flutlichtpokal in Steinhagen stieß beim Publikum auf großes Interesse.

Jahreshauptversammlung der Feuerwehren Steinhagen und Neuendorf. Sie wollen die Werbetrommel rühren.

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28. Februar 2018, 21:00 Uhr

Bei einem Brand oder einem Verkehrsunfall erwartet jeder schnelle Hilfe. Nach der Wahl des Notrufs 112 sollen die Kameraden der Feuerwehr so schnell wie möglich vor Ort sein. Aber was passiert, wenn es keine Feuerwehr gibt, weil diese keine Mitglieder hat? Dieses Szenario ist in Steinhagen und Neuendorf gar nicht so unrealistisch.

„Weil viele wegziehen oder in das Rentenalter kommen, ist die Anzahl der aktiven Mitglieder in der jüngeren Vergangenheit auf ein kritisches Maß gesunken“, sagt der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neuendorf, Roland Matzmohr. Dieses Problem sei auch bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Wehren aus Neuendorf und Steinhagen angesprochen worden. „Einige Mitglieder sind schon um die 60. Da wird es langsam eng“, erklärt Roland Matzmohr. Deshalb haben sich die Blauröcke Gedanken gemacht, wie man neue Mitglieder gewinnen kann.

Feuerwehr rührt die Werbetrommel

Am Sonnabend, 3. März, ab 10.30 Uhr rührt die Freiwillige Feuerwehr Neuendorf die Werbetrommel und lädt alle Interessierten zu einem Kennenlernen im Gemeindezentrum Neuendorf ein. „Wir werden an diesem Tag über die Organisation der Wehr, die technische Ausstattung, die zu absolvierenden Ausbildungsdienste und die in der jüngeren Vergangenheit stattgefundenen Einsätze berichten. Aber auch über die Einbindung der Feuerwehr in die unterschiedlichsten Veranstaltungen und Feiern im Dorf und in der Gemeinde“, erzählt Roland Matzmohr. Weiterhin wird das Gerätehaus gezeigt und Kinder können sich über eine Rundfahrt mit dem Feuerwehrfahrzeug freuen.

Der Wehrführer appelliert an die Menschen: „Früher war es so, dass aus jedem Haushalt jemand bei der Feuerwehr war. Heute hat die Bereitschaft für diese wichtige Aufgabe sehr nachgelassen. Familie, Haus, Arbeit und Hobby füllen die meisten voll aus, wer opfert da noch seine spärliche Freizeit? Aber wenn wir es nicht machen, macht es keiner. Das sollte man bedenken“, so Roland Matzmohr. Genau aus diesem Solidargedanken bei der Nachbarschaftshilfe seien vor zirka 100 Jahren die meisten Feuerwehren gegründet worden.

Im vergangenen Jahr feierten auch die Wehren aus Neuendorf und Steinhagen ihr 90-jähriges Bestehen. Seit 1927 sorgen die Blauröcke für Brandschutz. „Das ist nicht selbstverständlich. Es bedarf guter Ausbildung und Ausrüstung sowie gutem Zusammenhalt der Kameraden untereinander und in der Gemeinde. Nur so lassen sich Einsatzsituationen und Feuerwehraufgaben in der Gemeinde stemmen“, sagt Steinhagens Wehrführer Erik Pfotenhauer.

Einsätze zum Wohl aller

Für den Ernstfall müssen die Kameraden immer gewappnet sein. Im vergangenen Jahr rückten die Freiwilligen Feuerwehren aus Neuendorf und Steinhagen zu insgesamt neun Einsätzen gemeinsam aus, Steinhagen außerdem ein zehntes Mal. Davon waren sieben technische Hilfeleistungen, vor allem mussten die Wehren Straßen von entwurzelten Bäumen befreien. Zudem unterstützte die Feuerwehr einen Sanitätswagen beim Krankentransport. Zwei weitere Alarmierungen waren Brandeinsätze, so die Wehrführer. Ein Rauchmelder hatte Fehlalarm geschlagen und ein Garagenkomplex im Bützower Vierburgweg gebrannt.

Für die freiwilligen Feuerwehren gilt es auch in Zukunft vielfältige Aufgaben zu lösen. Sie müssen einerseits den Brandschutz gewährleisten. Andererseits werden die Feuerwehren immer öfter bei Verkehrsunfällen und zur Gefahrenabwehr wie dem Räumen von Straßen nach Stürmen herangezogen. Ebenso sehen sich die Wehren auch als Kulturträger in den Dörfern und nennen mit dem Osterfeuer, der Halloween-Wanderung und dem Flutlichtpokal einige Beispiele. Ohne neue Mitglieder werden sich all diese Aufgaben für die Wehren aus Neuendorf und Steinhagen immer schwieriger gestalten.

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