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Unfälle zwischen Penzin und Jürgenshagen reduzieren : Blaue Strahlen gegen wilde Tiere

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Autofahrer haben die blauen Reflektoren an den Straßenpfosten entlang der Straße zwischen Jürgenshagen und Penzin registriert. Durch diese Halbkreisreflektoren wird das Wild daran gehindert über die Straße zu laufen.

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 10:35 Uhr

Penzin/Jürgenshagen | Autofahrer wie Ottmar Michalski aus Neuendorf haben sie registriert. Blaue Reflektoren an den Straßenpfosten entlang der Landesstraße 11 zwischen Jürgenshagen und Penzin. Was soll das, fragen sich viele? Die Antwort kennt Ulrich Constien: "Das sind Halbkreisreflektoren, durch die das Wild daran gehindert wird, über die Straße zu laufen", erklärt der 35-Jährige. So sollen schwere Wildunfälle verhindert werden.

Zwischen 12 und 15 Stück Schalenwild, wozu u. a. Rot- und Rehwild zählt, werden im Schnitt pro Jahr auf diesem Straßenabschnitt beim Zusammenstoß mit einem Auto getötet, weiß der Vorsitzende der Rotwild-Hegegemeinschaft Bützow. Ulrich Constien beobachtet das Unfallgeschehen seit Jahren. Das Wild wechselt häufig zwischen den Waldgebieten bei Schlemmin und bei Letschow. Dabei überquert es auch die viel befahrene Landesstraße 11, bekanntlich Autobahnzubringer für die A 20. Und so kommt es häufig zu Unfällen.

Die blauen Reflektoren wirken dem entgegen. Das jedenfalls ist die Erfahrungen von anderen Jägern in Deutschland. Davon erfuhr auch Ulrich Constien. "Durch das Autolicht werden vom Reflektor auf das Feld blaue Strahlen zurückgeworfen. Es entsteht quasi ein durchgehender Lichtzaun. Die Tiere können einige Farben, wozu blau gehört, sehr gut wahrnehmen und werden durch den Lichtzaun gewarnt und schließlich zurückgehalten", erläutert Constien.

Im Sommer vergangenen Jahres haben Mitarbeiter der Straßenmeisterei Güstrow die ersten blauen Reflektoren montiert. "Danach hat es nur noch drei Unfälle gegeben", sieht Constien erste Erfolge. Diesen Trend bestätigt Kristin Hartfil von der Polizeiinspektion Güstrow. Die hat zwischen September und Dezember 2011 zwischen Jürgenshagen und Penzin vier Wildunfälle registriert, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch fünf. Deutlicher noch fällt der Vergleich für die Monate Januar bis März aus. In diesem Jahr gab es auf dem Streckenabschnitt nur zwei Unfälle mit Wild, in den ersten drei Monaten 2011 waren es noch sieben. Rund 300 der blauen Reflektoren wurden an der Landesstraße zwischen Jürgenshagen und Penzin und an der zwischen Selow und Friedrichshof an die Straßenpfosten montiert. Kosten: 1 500 Euro. Das haben die Jäger und Jagdgenossenschaften der Region sowie der Landesjagdverband bezahlt. "Die Straßenmeisterei Güstrow hat die Montage übernommen", erzählt Ulrich Constien. Für ihn ist es mit diesen beiden Strecken noch nicht genug.

Angedacht sei, auch zwischen Selow und Groß Belitz Reflektoren anzubauen. Dabei hat der Jäger zum einen die Sicherheit der Autofahrer im Blick. Aber es geht ihm auch um die Tiere: "Bei einem Unfall kann Wild, das gute Gene besitzt und den Wildbestand für lange Zeit erhalten sollt, sterben." Zudem sei bei einem Unfall nicht jedes Wild sofort tot, quäle sich noch mehrere Stunden.

Trotz der erste guten Ergebnisse bleibt der Penziner zurückhaltend. "In fünf, sechs Jahren wird sich zeigen, ob sich die Maßnahme durchsetzt oder ob sich das Wild über die Jahre an die Reflektoren gewöhnt", sagt Ulrich Constien.

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