Rukieten : Bildhauer entdeckt nach figürlicher Darstellung die abstrakte Kunst

Arndt Weigend. Fotos:  Chr. Menzel (4)
Arndt Weigend. Fotos: Chr. Menzel (4)

SVZ-Serie „Ins Atelier geschaut“: der Bildhauer Arndt Weigend aus Rukieten / Kalender mit Ringelnatz-Gedichten und Holzschnitten in Arbeit

svz.de von
13. Juli 2014, 14:22 Uhr

Dass Betrachter über Kunstwerke rätseln, mag Arndt Weigend.

Gerade hat er seine weiß gestrichenen Holzteil-Elemente, die er in der Ausstellung „Kunst und Umwelt“ in der Städtischen Galerie Wollhalle in Güstrow und davor in der Schwaaner Kunstmühle gezeigt hatte, wieder mit nach Rukieten genommen. „Manche haben eine Flusslandschaft in die Objekte gedeutet, andere es für überdimensioniertes Spielzeug gehalten, wieder andere für Teile eines Labyrinths“, zählt der 65-Jährige die Deutungsvorschläge auf. Er selbst hat den 2013 entstandenen Arbeiten den Titel „Expedition“ gegeben. Expedition, wohin? Vielleicht ins Ungewisse, schlägt der Künstler vage vor und könnte sich die Teile als Schlitten vorstellen. Das passte zumindest zu dem in Güstrow vorgegebenen Ausstellungsthema „Auswege“.

Arndt Weigend ist Bildhauer. Er schafft seine Werke aus Holz und Stein. Mit der Kettensäge, dem Beitel oder dem Schnitzmesser bearbeitet er Platanen-, Eichen- oder Lindenholz, mit Spitz-, Zahn- oder Schlageisen schält er seine Werke aus Marmor oder Sandstein. Das hat der Mann aus dem Erzgebirge alles gelernt. Die Holzgestaltung an der Fachhochschule für angewandte Kunst in Schneeberg, den Umgang mit Sandstein während neunmonatiger Arbeit im damaligen VEB Elbe-Naturstein Dresden und Plastik bei Prof. Hans Brockhagen an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 1983 lebt Weigend als freischaffender Bildhauer in Mecklenburg, davon die letzten 13 Jahre in Rukieten.

Mit zunehmendem Alter entdeckt der Künstler die abstrakte Kunst. Die ermögliche Freiräume für Kreativität und Deutung, schätzt er. „Liegende, Stehende, Sitzende – das ist alles schon zig Male gemacht worden, da gibt es kaum Neues oder Überraschendes“, versichert er. Manchmal schnappt er sich die Kettensäge, hat eine Idee im Kopf und beginnt – selbst gespannt auf das Ergebnis – mit der Arbeit.

Christian Menzel

Den ausführlichenBeitrag lesen Sie in unserer Montag-Ausgabe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen