Bützow : Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs

Angeklagter aus Bützow nach einjähriger U-Haft in Freiheit: Drei Jahre Bewährung mit strengen Auflagen

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29. Juni 2015, 21:00 Uhr

Dem Berufungsantrag eines 50-jährigen Schlossers aus Bützow wurde heute stattgegeben. Als freier Mann verließ Anton K.* nach fast einjähriger Untersuchungshaft das Rostocker Landgericht.

Am 17. Dezember 2014 hatte ihn das Amtsgericht Güstrow wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Am 22. Juli 2014 gegen 17 Uhr saß Anton K. auf einer Bank am Rühner See und beobachtete das lustige Strandleben. Die Kinder genossen die erste Sommerferienwoche, tollten nach Herzenslust und sahen keine Gefahr. Ein kleines neunjähriges Mädchen kam ins Blickfeld des 50-Jährigen. Sie solle sich auf seinen Schoß setzen, sagte er. Als sie das ablehnte, zog er die Kleine an sich, hielt sie fest und unternahm sexuelle Handlungen.

Bereits am 23. Juli 2014 wurde er festgenommen. Anton K. legte vor dem Amtsgericht Güstrow ein umfassendes Geständnis ab. Belastend für ihn wertete das Gericht, dass er schon einmal wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 18 Fällen zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden war. Das war am 26. März 1996.

Auch heute wiederholte der Angeklagte vor der Berufungskammer des Rostocker Landgerichtes sein Geständnis. „Die Vorstrafe liegt 19 Jahre zurück“, argumentierte der Verteidiger. „Mein Mandant wurde in Güstrow zu hart bestraft.“ Der Angeklagte sei alkoholkrank und müsse die Chance bekommen, an einer Therapie teilzunehmen. Er bat um eine Strafe, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, also zwei Jahre nicht überschreiten darf.

Die Vertreterin der Rostocker Staatsanwaltschaft beantragte, die Berufung des Angeklagten zurückzuweisen und das Güstrower Urteil zu bestätigen. Für Therapien hätte er ausreichend Gelegenheit gehabt. Außerdem läge eine weitere Ermittlung gegen den 50-Jährigen vor. In der Wohnung des Angeklagten wurde bei einer Hausdurchsuchung ein Computer mit kinderpornografischen Bildern gefunden.

Auch das Gericht sah die Strafe, die das Amtsgerichtes Güstrow ausgesprochen hatte, für überzogen an und verurteilte Anton K. heute zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Bewährungsbeschluss ist eindeutig. Der Angeklagte wird in den kommenden drei Jahren in die Obhut eines Bewährungshelfers gegeben, muss sich sofort bei der Arbeitsagentur um eine Arbeit bemühen und das dem Gericht nachweisen, sich in eine Suchtbehandlung begeben und es ist ihm jeglicher Kontakt zu Kindern untersagt. Sollte er gegen eine der Auflagen verstoßen, droht der Widerruf.

*Name von der Redaktion geändert

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