Entwicklungsplanung in der Kritik : Berufsschulen sollen fusionieren

Die Berufsschule Bad Doberan soll künftig ihre Eigenständigkeit verlieren und zur Außenstelle der beruflichen Schule in Güstrow-Bockhorst werden. Gegen dieses Vorhaben regt sich jetzt Widerstand.

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13. Mai 2013, 07:59 Uhr

Güstrow | Nur noch eine berufliche Schule könnte es ab dem Schuljahr 2014/15 im Landkreis geben - und zwar in Güstrow-Bockhorst mit einer Außenstelle in Schule Bad Doberan. Das muss man den ersten Vorstellungen zur Schulentwicklungsplanung für die beruflichen Schulen, die fortzuschreiben ist, entnehmen. Sabine Stelley, Leiterin des Schulverwaltungsamtes: "Ich gehe davon aus, dass die Planung im Januar 2014 vom Kreistag beschlossen werden kann und ab dem Schuljahr 2014/15 umgesetzt wird."

Stelley stellte die ersten Überlegungen jetzt vor dem Ausschuss für Bildung und Kultur des Kreistages vor, als Auftakt für eine intensive Diskussion. Die wird vermutlich kontrovers verlaufen. Das zeigte bereits die Ausschusssitzung. Sie fand in der Berufsschule Bad Doberan statt. Die will weiter eigenständig bleiben. Das Problem: Schulgesetz und Unterrichtsversorgungsverordnung würden die Bedingungen vorgeben, die einen Berufsschulstandort sichern, so Stelley. "Das sind als wichtigste Voraussetzung 500 täglich anwesende Schüler. In Doberan sind es gegenwärtig am Tag im Durchschnitt 230", erläuterte die Amtsleiterin. Daher sei die Position der Verwaltung, Doberan als Standort ohne Wenn und Aber zu erhalten, aber als Außenstelle des Berufsschulzentrums Güstrow-Bockhorst zu führen.

Beim Kollegium der Doberaner Schule führte das zum Widerspruch. Schulleiter Horst Schendel sprach sich klar für eine Eigenständigkeit aus. Er erreichte, dass Ausschussvorsitzender Ditmar Brandt nach der Diskussion festlegte, dass Möglichkeiten untersucht werden sollen, um die Eigenständigkeit der Schule Doberan zu erhalten. Brandt wird das mit dem Schulverwaltungsamt und den Schulleitern beraten. In dem Prüfauftrag geht es u.a. darum festzustellen, ob z.B. Verkäufer oder Büroangestellte, die in Güstrow ausgebildet werden, künftig in Doberan ihren Berufsschulunterricht haben können.

Der Ausschussvorsitzende Ditmar Brandt bekräftigte, dass noch nichts entschieden ist. Er betonte allerdings ebenfalls, dass Verordnungen den Weg vorgeben und der Kreistag insofern keine "freie Entscheidung" treffen könne.
Die Berufsschulen im Landkreis im Überblick:
• Es gibt drei Berufsschulen im Landkreis: Güstrow-Bockhorst mit 1929 Schülern (ab 2014 gehört Noch-Außenstelle Jördenstorf dazu), Bad Doberan (500 Schüler) und als private Berufsschule die des KMG-Klinikums (228 Schüler).

• Ausbildungszweige Güstrow-Bockhorst (Auswahl): Metalltechnik, Fahrzeugtechnik, Agrarwirtschaft (u.a. Landwirte, Tierwirte), auslaufend: Hauswirtschaft (Jördenstorf), Sozialwesen, Wirtschaft und Verwaltung, Justizfachangestellte, Verwaltungsfachangestellte, Bürokaufleute, Berufsvorbereitung

• KMG: Gesundheitsberufe

• Bad Doberan: Ernährungstechnik und Hauswirtschaft, Wirtschaft und Verwaltung, Verkäufer, Kaufleute im Einzelhandel sowie im Groß- und Außenhandel, Berufsvorbereitung, Ausbildung ohne Abschluss

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