Benitz : Bellende Schweine beißen nicht

Jean Höpner arbeitet in seinem Wunschberuf: Als ausgebildeter Landwirt kümmert er sich in der Schweinemastanlage des Agrarbetriebs Groß Grenz um rund 3000 Tiere.
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Jean Höpner arbeitet in seinem Wunschberuf: Als ausgebildeter Landwirt kümmert er sich in der Schweinemastanlage des Agrarbetriebs Groß Grenz um rund 3000 Tiere.

Jean Höpner arbeitet als Landwirt in der Schweinemastanlage des Agrarbetriebs Groß Grenz in Benitz

svz.de von
10. März 2016, 21:00 Uhr

Wenn er den Stall betritt, dann bellen sie drauf los. Doch Jean Höpner arbeitet nicht im Hundezwinger sondern im Schweinestall des Agrarbetriebs Groß Grenz in Benitz. „Wenn die Schweine solche Geräusche machen, ist das ein Zeichen dafür, dass sie sich wohl fühlen“, sagt Höpner. Der gebürtige Bernitter hat seinen Traumberuf gefunden. Auf die Frage, ob er sich nochmal für die Landwirtschaft entscheiden würde, antwortet er: „Klar!“

Bereits als kleiner Junge machte er seine ersten Schritte in der Landwirtschaft. „Meine Eltern arbeiten in der Schweinemastanlage in Bernitt. Nach der Wende haben sie mich manchmal mitgenommen. Und bei den Bauern im Dorf habe ich geholfen“, erzählt Höpner. So war es für ihn selbstverständlich, beruflich ebenfalls in die Landwirtschaft zu gehen. In seiner Ausbildung im Benitzer Betrieb arbeitete er sowohl mit Schweinen und Rindern als auch im Pflanzenbau. „Nach meinem Abschluss habe ich ein Jahr im Pflanzenbau gearbeitet. Aber dann wurde jemand für die Schweinemast gesucht“, sagt der Landwirt.

Seitdem kümmere er sich um rund 3000 Schweine. Es gehöre zu seinen Aufgaben, die Ställe zu kontrollieren, die Tiere zu füttern, die Schweine für den Abtransport vorzubereiten und natürlich die Stall-Abteilungen der Tiere zu säubern. „Man gewöhnt sich schnell an den Geruch. Aber klar, es bleibt auch was in den Klamotten hängen“, sagt Höpner. Dann werde die Waschmaschine angeschmissen.

Statt mit dem Geruch hatte der gebürtige Bernitter in seinen Anfangsjahren mit anderen Schwierigen zu kämpfen. Sich auf den wechselnden Schichtdienst einzustellen, war für Landwirt Jean Höpner nicht einfach. Im wöchentlichen Wechsel beginnt er entweder ab 4.30 oder 13.30 Uhr seine Arbeit. „Es hat etwa ein Jahr gedauert, bis ich mich auf den Rhythmus eingestimmt hatte.“

Höpner gefällt an seinem Beruf vor allem die Vielfältigkeit. „Eigentlich bin ich Mädchen für alles. Manchmal arbeite ich als Klempner, mal als Heizungsmonteur, Tierarzt, Lüftungstechniker, Mechaniker und bei den Tieren bin ich auch Kindererzieher“, sagt er. Für den Beruf des Landwirts sei nicht nur das Verständnis für Tiere ein wichtiges Kriterium sondern auch die Affinität zur Technik. Denn voll modernisierte Stallanlagen müssen regelmäßig kontrolliert und bisweilen auch repariert werden.

Als Landwirt in der Schweinemast sei er nicht von der Witterung abhängig. Das ist für Höpner ein Vorteil gegenüber anderen Berufen. „In den Ställen herrschen angenehme 20 Grad. Ins Frieren gerate ich also nicht“, sagt er. Außerdem genieße er die Arbeit mit den Tieren. „Schweine sind wirklich intelligent. Sie reagieren auf einen. Das ist bei Kühen eher nicht der Fall“, sagt Höpner.

Wer als Landwirt arbeiten möchte, müsse es auch wirklich wollen. „Einfach nur zur Arbeit gehen, um seine Stunden zu schaffen, funktioniert zwar, aber weder die Tiere noch die Kollegen haben etwas davon. Man muss in solch einem Betrieb mitdenken“, sagt Jean Höpner. Dem Landwirt ist seine Arbeit wichtig. „Die Ernährung muss schließlich gesichert werden. Und ohne Landwirtschaft gibt es kein Leben. Leider hat die Gesellschaft ein falsches Bild von der Landwirtschaft. Da muss auf jeden Fall noch von allen Seiten Aufklärungsarbeit geleistete werden.“

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