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Kfz-Kennzeichen : Bekenntnis zur Heimat am Auto

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Das Kennzeichen BÜZ wird immer öfter von Autofahrern gewählt / In Schwaan spielt LRO entscheidende Rolle

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2016 | 00:00 Uhr

Die Bützowerin Gudrun Schütt gehört zu den mehr als 3000 Autofahrern, die an ihrem Auto das BÜZ-Kennzeichen befestigt haben. „Ja, ich stehe dazu. Ich wohne seit 40 Jahren hier, dann gehört das einfach dazu“, sagt sie. Erst seit drei Jahren ist das wieder möglich.

Rückblende: Mit der Kreisgebietsreform 1994 wurden Autokennzeichen wie BÜZ für Bützow, TET (Teterow) oder ROS (Kreis Rostock) zum Auslaufmodell. Es entstanden die Landkreise Güstrow und Bad Doberan. Seitdem galten die Autokennzeichen GÜ und DBR. 17 Jahre später folgte die zweite große Kreisgebietsreform. Im September 2011 wurde aus Güstrow und Bad Doberan der neue große Landkreis Rostock. Und seit Januar 2012 galt für Neuzulassungen das Autokennzeichen LRO.


2013 altes Kennzeichen fast verschwunden


Zum diesem Zeitpunkt gab es bereits die sogenannte Heilbronner Initiative (siehe Hintergrund) mit dem Ziel der Wiedereinführung alter Kfz-Kennzeichen. Dazu befragten zwei Studentinnen im April 2011 auch in Bützow 266 Menschen auf der Straße. 180 von ihnen waren Bützower, 85 Prozent von diesen wollten wieder das BÜZ an ihrem Auto, ergab die Befragung. Aus dem Altkreis Bützow, zu dem bis 1994 auch das Amt Schwaan gehörte und dann zum Landkreis Bad Doberan wechselte, gab es noch bei 60 Prozent der 86 Befragten den Ruf nach dem alten Kennzeichen. Im November 2012 führte die Heilbronner Initiative dazu, dass die alten Kennzeichen wieder eingeführt werden konnten.

Und die Bützower blieben nicht nur bei ihren Lippenbekenntnissen, sondern machen seitdem von der Möglichkeit rege Gebrauch. Gab es zum Beispiel im März 2011 noch 2328 BÜZ-Kennzeichen, so fiel dieser Wert innerhalb von zwei Jahren auf 869. Am 17. März 2013 war es dann wieder so weit: BÜZ, GÜ, TET und ROS wurden wieder gültig. Und seitdem steigt die Zahl der BÜZ-Kennzeichen kontinuierlich: Ende 2014 waren es 1895 und Ende 2015 bereits wieder 3184.


Wunschkennzeichen sind gefragt


Rainer Katzer, Geschäftsführer des gleichnamigen Renault-Autohauses in Bützow, bestätigt das große Interesse, auch wenn es „schon geteilt“ ist. „Das hängt vom Alter und Wohnort ab“, hat er ausgemacht. Gerade die Bützower, aber auch Güstrower oder Teterower nehmen das jeweilige Kennzeichen. „Das hat einfach etwas mit dem Heimatort, mit der regionalen Identität zu tun“, sagt Katzer. Lediglich jüngere Autokäufer bis etwa 35 tendieren eher zum LRO. „Das erscheint moderner“, vermutet Katzer. Doch die Neuregelung hätte noch einen anderen Vorteil. „Es sind wieder Wunschkennzeichen möglich, die vorher nicht mehr gingen. Jeder Zweite nutzt das“, sagt Rainer Katzer.


Güstrower kennzeichnen um


„Viele haben sogar ihr Auto wieder umgekennzeichnet“, erzählt Thomas Höppner, Verkaufsleiter im Güstrower Autohaus Nord. Das GÜ werde einfach wieder gefordert. „Es sieht schöner aus, zeigt die Stadtverbundenheit“, erklärt Höppner. Er selbst habe auch wieder das GÜ dran. Das gelte aber auch für Kunden aus anderen Städten wie Teterow oder Bützow. Lediglich Firmenfahrzeuge blieben häufig beim LRO.

Dabei spiegelt sich der von Höppner gezeichnete Trend nicht unbedingt in den Zahlen wider. Denn gab es zur Einführung der alten Kennzeichen noch 59 065 Autos mit dem GÜ geht diese Zahl, 2014 auf 56 923 zurück. Und ein Jahr später sind es sogar nur noch 53 630.

Das könnte sicherlich mit daran liegen, dass Autokäufer wieder zum BÜZ, TET und ROS greifen. Kennzeichen, die seit 1994 nicht mehr zugelassen wurden. Das GÜ war aber noch bis 2011 das offizielle Kennzeichen des gesamten Landkreises.

Ganz anders verhalten sich Autofahrer in Schwaan. „Das BÜZ will keiner. Auch nicht das GÜ und TET“, sagt Otfried Weitendorf vom gleichnamigen Autohaus. Schwaan hatte ja nie eine „eigene Identität“. Erst gehörte es zum Kreis Bützow mit dem BÜZ und dann zum Kreis Bad Doberan mit dem DBR. „Jetzt wollen die meisten Kunden das LRO für den neuen Großkreis“, sagt Weitendorf.

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