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Nach Tornado in Bützow : Beispielloser Zusammenhalt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Großeinsatz nach drei Tagen mit Verkehrsfreigabe beendet. Alle Gebäude gesichert.

svz.de von
erstellt am 08.Mai.2015 | 11:45 Uhr

Niemand hat am Dienstagabend erwartet, mit welcher Wucht der Sturm die Kleinstadt Bützow treffen würde. Holger Gadinger, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bützow, war die vergangenen drei Tage quasi ununterbrochen im Einsatz, koordinierte die Helfer.

Er war gerade zu Hause, als die dunklen Gewitterwolken herannahten. „Wir haben den Sturm direkt auf uns zukommen sehen“, hat er die Bilder noch lebhaft vor Augen. Als die Sirenen ertönten, legte sich bei ihm – wie bei den Kameraden auch – aber ein Schalter um. Als Wehrführer funktionierte er, wie seine Kameraden auch. „Es ist bei jedem Einsatz so, sobald der Pieper losgeht“, berichtet Gadinger.

Dass dieser Einsatz ein noch nicht da gewesenes Maß erreichen würde, zeigte sich sich schnell. Unzählige Meldungen gingen ein, die nach Dringlichkeit angegangen und abgearbeitet wurden. Aus allen Himmelsrichtungen eilten weitere Wehren und Helfer heran, um die Bützower zu unterstützen.

Weitere Artikel über die Unwetterschäden im Land finden Sie auf unserer Dossierseite zu dem Thema: www.svz.de/tornado

Wehren an zahllosen Stellen im Einsatz

Während die Menschen auf den Straßen noch fassungslos das Ausmaß des Tornados zu begreifen versuchten, begannen die Feuerwehrleute erste Bereiche abzusichern. Sie halfen Bewohnern aus ihren Häusern, räumten Trümmer von den Straßen und sorgten dafür, dass Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden konnten.

Die Aalfangbrücke, die nach dem Sturm von umgestürzten Bäumen blockiert wurde, musste von den Trümmern befreit werden, damit weitere Helfer überhaupt in die Stadt konnten.

Überall bot sich ein unfassbares Bild der Zerstörung. „Man kann das nicht auf einen Einsatzort beschränken“, sagt Gadinger. Während einige Menschen relativ glimpflich davon kamen, traf es andere besonders hart. So wütete der Tornado beispielsweise am Seehof am Triensee sowie in der 2. Wallstraße extrem. „Das ist etwas, was einen wirklich sprachlos macht.“

Helfer gehen an ihre Grenzen

In der Nacht nach dem verheerenden Sturm gönnten sich die Einsatzkräfte erst gegen drei Uhr morgens eine Pause. Die Mehrzahl war kaum zwei oder drei Stunden später wieder auf den Beinen.

„Das ist in Worte gar nicht zu fassen, wie engagiert sich die Einsatzkräfte gezeigt haben. Sie sind an ihre Grenzen gegangenen und waren jeden Tag zehn bis zwölf Stunden im Einsatz“, ist der Wehrführer mehr als dankbar, was in den vergangenen Tagen geleistet wurde. Ohne die Hilfe der Bürger, Unternehmer, Freiwilliger sowie unzähliger Landwirte „hätten wir das nicht geschafft“, fügt er an. „Das war ein großartiges Zusammenspiel!“

Dankbar zeigte er sich auch für das Wohlwollen der Arbeitgeber aller Kameraden. Diese wurden wie selbstverständlich freigestellt.

Nach drei Tagen Dauereinsatz wurden die Einsatzkräfte gestern Abend schließlich in eine mehr als verdiente Ruhepause entlassen. Der Einsatz zur Gefahrenabwehr endete nach einer Abschlussbesprechung offiziell.

Heute sind die Feuerwehrleute dennoch weiter im Einsatz, um den Bauhof bei Räumarbeiten zu unterstützen und Hilfe zu leisten, wo diese gebraucht wird. Jedoch werden die Kameraden in deutlich reduzierter Zahl vor Ort sein, merkt Gadinger an. Für viele geht es am Arbeitsplatz nahtlos weiter. „Es gibt sehr viele Angebote von den Feuerwehren im Amt, kostenfrei die Stadt und die Freiwillige Feuerwehr Bützow zu unterstützen“, so Gadinger weiter.

Wohlverdiente Pause für Einsatzkräfte

Mit dem ersten Durchatmen hören die Männer und Frauen nun aber allmählich auf, einfach zu funktionieren und beginnen die Geschehnisse aufzuarbeiten. Viele – darunter auch Gadinger – kümmern sich dann auch um die Schäden an ihrem eigenen Heim.

„Man muss die nächsten Tage, wenn man zur Ruhe kommt, realisieren, was in den letzten Tagen hier abgelaufen ist“, sagt der Wehrführer. Er hofft, dass die Menschen in und um Bützow die Situation meistern „und dass sich der finanzielle Schaden in Grenzen hält.“

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