Rühn : Beim Klostermarkt der Geschichte auf der Spur

Was trug ein Ritter? Auch das erfuhren die Besucher des mittelalterlichen Klostermarktes in Rühn.
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Was trug ein Ritter? Auch das erfuhren die Besucher des mittelalterlichen Klostermarktes in Rühn.

Mittelalterliches Markttreiben lockt am Wochenende wieder tausende Besucher nach Rühn

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08. Mai 2017, 05:00 Uhr

Die regenerative Nutzung von Sonnenenergie ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon vor 3000 Jahren wussten die alten Ägypter die Kraft der Sonne zu nutzen. Das erfuhren Besucher des 12. Klostermarktes von Dietmar Muschalla. Einmal mehr zog das zweitägige Markttreiben tausende Besucher nach Rühn.

In einem Holzkasten hat der Hobbyimker Dietmar Muschalla ein altes Kuchenblech verankert. Auf dem Kuchenblech liegt eine ausgeschleuderte Wabe aus dem Bienenstock. Darüber liegt eine dicke Glasscheibe. Das ganze Konstukt hat der Rühner in die Sonne gestellt. „Dadurch entwickelt sich eine Wärme von 60 bis 70 Grad und die Wachswaben fangen an zu schmelzen“, erklärt der Pädagoge im Ruhestand. Das geschmolzene Wachs bietet er zum Beispiel Läden an, die mit Imkerutensilien handeln. „Von ihnen bekomme ich aus diesem Wachs wieder Mittelwände“, so Muschalla.

Solche und viele andere interessante Details konnten die Besucher des Rühner Mittelaltermarktes erfahren. Oliver Guse und Sohn Wito aus Siggelkow demonstrierten zum Beispiel die Herstellung von Glasperlen. Der historische Brennofen stamme von einem Fund in Ribe in Dänemark, erzählt Oliver Guse. Anhand der dortigen Entdeckungen wurde der Lehmbrennofen nachgebaut. Auch die historischen Blasebalge sind selbst hergestellt.

Kräuter und ätherische Öle sind die Grundlage, aus denen die Produkte entstehen, die Jürgen Schröder aus Lenzen anbietet – Schwedenkräuter, die bei unterschiedlichen gesundheitlichen Beschwerden helfen sollen. Für jedes seiner Produkte verarbeite er eine Vielzahl von Kräutern aus der Natur, erzählt Schröder. Er wolle nicht nur verkaufen, sondern auch über die heilsame Wirkung von Kräutern aufklären, sagt der Lenzener. Er sei zum ersten Mal in Rühn. Ihm gefalle die Atmosphäre und die vielen Gespräche, die er geführt hat. „Ich komme nächstes Jahr sicherlich wieder hierher“, sagt Schröder.

Diese gleiche Erfahrung hatte bereits im Vorjahr Michael Kostroß von der Senfmühle Schlemmin bei Ribnitz-Damgarten gemacht. Deshalb war er auch in diesem Jahr wieder in Rühn mit dabei.

Schauen, probieren, selbst mitmachen – das alles bot der Klostermarkt. Allein am Sonnabend zählten die Organisatoren vom Klosterverein und der Kirchengemeinde rund 3000 Besucher, sagt Marktleiter Ralf Helbig. Gestern dürften es mindestens noch einmal so viele gewesen sein.

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