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Bützower Zeitung

18. Dezember 2017 | 17:53 Uhr

Baum stoppt Bahn für zwei Stunden

vom

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2012 | 06:22 Uhr

Schwaan/Werle | Etwa 300 Personen harrten gestern Morgen stundenlang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in einer S-Bahn, die auf dem Weg nach Rostock war, aus. Dabei sind die Fahrgäste nur knapp einer Katastrophe entgangen: Um 6.26 Uhr krachte ein Baum witterungsbedingt in das Führerhaus der S-Bahn, die sich zu dem Zeitpunkt zwischen Mistorf und Schwaan, auf Höhe von Burg Werle, befand.

"Ich habe nur noch einen Schatten gesehen, dann war der Baum in die Kabine gekracht", schilderte der Lokführer später den Feuerwehrleuten. Die Scheiben wurden bei diesem Aufprall komplett beschädigt, zahlreiche Glassplitter wurden in das Fahrerhäuschen geschleudert. Er sei noch etwa 1000 Meter weiter gefahren, bis er die Lok zum stehen bringen konnte, fügt der Lokführer hinzu. Glücklicherweise war weder ihm noch den Fahrgästen etwas zugestoßen. Um den Lokführer wurde sich so schnell wie möglich gekümmert, sagt Burkhard Ahlert, Sprecher der Deutschen Bahn für Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings wurden die Passagiere dann auf eine zweistündige Geduldsprobe gestellt bis sie mit der Ersatzlok nach Rostock gebracht wurden.

Sie konnten die Waggons aus Sicherheitsgründen nicht verlassen, weil sie auf einem Damm, in einem Kurvenbereich, standen. Relativ schnell waren das Notfall-Management sowie die Freiwillige Feuerwehr (FFw) Schwaan bei der beschädigten S-Bahn. Die fünf Kameraden entfernten Baum sowie die Äste von dem Fahrerhäuschen und dem Vorderbereich der Lok. "Wir haben aber auch die Stelle gereinigt, an der der Baum in die Bahn gekracht ist, damit die Strecke später wieder für andere Loks befahrbar ist", erklärt Sebastian Sparfeld, Gruppenführer der Schwaaner Kameraden.

"Wegen der Arbeiten an der Lok wurde der Strom abgeschaltet", sagt Burkhard Ahlert. Diese Vorsichtsmaßnahme erfolgt relativ schnell, schätzungsweise 25 Minuten nach dem Zwischenfall. Die Konsequenz: Die Heizung fiel aus, nur die Notbeleuchtung funktionierte noch.

Mittlerweile wurden die anderen S-Bahnen, die im Anschluss auf dieser Strecke fahren, umgeleitet. "Zwischen vier und sechs S-Bahnen wurden über Bützow nach Warnemünde umgeleitet", erklärt Burkhard Ahlert. Zwischen 10 und 15 Minuten hat sich für die Passagiere dieser Bahnen der Fahrtweg verlängert. Auch zu Verzögerungen an anderen Haltestellen könne es wegen des Zwischenfalls gekommen sein, fügt DB-Sprecher Gisbert Gahler hinzu.

Am Bützower Bahnhof wurde der Zwischenfall bei Schwaan sowie die Umleitung nicht bemerkt. "Es haben gestern Morgen nicht mehr Leute als üblich in der Bahnhofshalle gewartet", sagt Gabriele Thielke, Geschäftsführerin des dortigen DB Stores in Bützow.

Für die Fahrgäste in der liegen gebliebenen S-Bahn ist gegen 8.08 Uhr das Gröbste überstanden, der Baum und die Äste sind aus der Kabine entfernt. "Es wurde zu diesem Zeitpunkt der Strom wieder zugeschaltet, so dass auch die Heizung wieder lief", erklärt Burkhard Ahlert. Etwa 30 Minuten später hat das Warten nach über zwei Stunden endlich ein Ende. Um 8.42 Uhr ist die Ersatzlok angekoppelt und fährt die S-Bahn nach Rostock. Dort konnten sich die Menschen bei heißen Getränken aufwärmen.

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