SVZ-Sommertour : Bauherren brauchen viel Geduld

Birgit Czarschka (zweite von rechts) führte die Teilnehmer der SVZ-Sommertour durch die Werkstatt der Bützower Miniaturstadt.  Fotos: Sabine Herforth
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Birgit Czarschka (zweite von rechts) führte die Teilnehmer der SVZ-Sommertour durch die Werkstatt der Bützower Miniaturstadt.

In der Werkstatt der Bützower Miniaturstadt erfahren die SVZ-Sommertour-Teilnehmer gestern, wie viel Arbeit in einem Mini-Haus steckt

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15. August 2016, 21:00 Uhr

Die Miniaturstadt am Nebelring in Bützow wächst jedes Jahr ein kleines Stück. Bis die neuen Häuschen die kleine Stadt ergänzen, dauert es jedoch viele Arbeitsstunden.  Wie viel Aufwand dafür tatsächlich betrieben wird, davon konnten sich die Teilnehmer unserer gestrigen SVZ-Sommertour in der Werkstatt der Miniaturstadt überzeugen.

„Das hier war mal das ehemalige Bauhofgelände der Stadt Bützow“, erklärt Birgit Czarschka, Vorsitzende des Fördervereins Miniaturstadt Bützow, zu Beginn des Rundgangs.  Logistisch sei die Werkstatt in der Bahnhofstraße zwar aufgrund der Entfernung zur Miniaturstadt  nicht günstig gelegen. Die Abgelegenheit habe aber durchaus ihre Vorzüge, so Czarschka.  „Die Räume stellt uns die Stadt zur Verfügung“, fügt sie an. „Kostenlos?“, will Hugo Bühler aus Schwaan direkt wissen und lobt, dass dem Verein tatsächlich keine Mietkosten entstehen.

Am Anfang steht

die RechercheDer erste Weg führt dann in das Büro von Kathrin Moldt, die als Zeichnerin die Grundlage für die Mini-Häuser im Maßstab 1:10  schafft. Ihre Arbeit beginnt mit Recherche, denn es werden nicht beliebig Häuser gefertigt, sondern das Bützow zwischen 1850 und 1910  nachgebaut. „Im Laufe der Zeit hat sich so viel geändert“,  erklärt Moldt. Im Historischen Archiv der Stadt finden sich alte Bilder und Zeichnungen, die helfen, die vielen kleinen Details zu rekonstruieren und einen Bauplan zu erstellen. „Letztlich wird bei uns genauso gebaut, wie bei einem echten Haus.“

Wie lange ein Bauprojekt letztlich dauert, könne nie vorhergesehen werden. Nicht nur Größe und Aufwand sind unterschiedlich. Auch die Zahl der Arbeitskräfte schwankt beziehungsweise sinkt stetig. „Wir haben ganz wenige Maßnahmen“, sagt Birgit Czarschka. Viele Helfer kommen aus dem zweiten Arbeitsmarkt und finden hier eine sinnvolle Tätigkeit, doch immer weniger Arbeitswilligen könne eine Stelle angeboten werden.

Die verbleibenden Kräfte haben jedoch große Freude an ihren Aufgaben, auch wenn diese ihnen deutlich mehr abverlangen, als zu  vermuten wäre.  Claudia Hausmann beispielsweise setzt geduldig Stein für Stein in die kleine Fassade ein – eine Sisyphusarbeit. „Hier sieht man mal, wie viel Arbeit dazugehört. Das kann auch nicht jeder“, sagt Sommertour-Teilnehmer Richard Dehnke.  Ziegelsteine, Türbeschläge, Fenster, aber auch der Grundbau, der das Miniaturhaus zusammenhält – eine ganze „Haus-Fabrik“ ist in der Werkstatt untergebracht.   „Ich habe schon an einigen Häusern mitgearbeitet, man braucht wirklich sehr viel Geduld“, sagt Ullrich Dietmar, der in der Werkstatt einen Bundesfreiwilligendienst ableistet. Er war bereits mehrfach hier beschäftigt und ist stolz, was für Projekte hier auf die Beine gestellt werden. „Es macht Spaß, man sieht, was man schafft“, ergänzt er. 

Die Arbeit wird ihm so schnell nicht ausgehen: 1995, als das erste Projektteam mit dem Bau der Miniaturstadt begann, hatten die drei Mitarbeiter  sich vorgenommen, innerhalb von 25 Jahren – also 2020 – den Nachbau Bützows  abzuschließen. „Diesen Plan haben wir längst aufgegeben“,  sagt Birgit Czarschka und lacht.Sabine HerforthFührungen durch die Werkstatt der Miniaturstadt sind nach Anmeldung möglich, Tel.:  038461/595 76.

„Das hier war mal das ehemalige Bauhofgelände der Stadt Bützow“, erklärt Birgit Czarschka, Vorsitzende des Fördervereins Miniaturstadt Bützow, zu Beginn des Rundgangs. Logistisch sei die Werkstatt in der Bahnhofstraße zwar aufgrund der Entfernung zur Miniaturstadt nicht günstig gelegen. Die Abgelegenheit habe aber durchaus ihre Vorzüge, so Czarschka. „Die Räume stellt uns die Stadt zur Verfügung“, fügt sie an. „Kostenlos?“, will Hugo Bühler aus Schwaan direkt wissen und lobt, dass dem Verein tatsächlich keine Mietkosten entstehen.


Am Anfang steht die Recherche


Der erste Weg führt dann in das Büro von Kathrin Moldt, die als Zeichnerin die Grundlage für die Mini-Häuser im Maßstab 1:10 schafft. Ihre Arbeit beginnt mit Recherche, denn es werden nicht beliebig Häuser gefertigt, sondern das Bützow zwischen 1850 und 1910 nachgebaut. „Im Laufe der Zeit hat sich so viel geändert“, erklärt Moldt. Im Historischen Archiv der Stadt finden sich alte Bilder und Zeichnungen, die helfen, die vielen kleinen Details zu rekonstruieren und einen Bauplan zu erstellen. „Letztlich wird bei uns genauso gebaut, wie bei einem echten Haus.“

Wie lange ein Bauprojekt letztlich dauert, könne nie vorhergesehen werden. Nicht nur Größe und Aufwand sind unterschiedlich. Auch die Zahl der Arbeitskräfte schwankt beziehungsweise sinkt stetig. „Wir haben ganz wenige Maßnahmen“, sagt Birgit Czarschka. Viele Helfer kommen aus dem zweiten Arbeitsmarkt und finden hier eine sinnvolle Tätigkeit, doch immer weniger Arbeitswilligen könne eine Stelle angeboten werden.

Die verbleibenden Kräfte haben jedoch große Freude an ihren Aufgaben, auch wenn diese ihnen deutlich mehr abverlangen, als man vermuten würde. Claudia Hausmann beispielsweise setzt geduldig Stein für Stein in die kleine Fassade ein – eine Sisyphusarbeit. „Hier sieht man mal, wie viel Arbeit dazugehört. Das kann auch nicht jeder“, sagt Sommertour-Teilnehmer Richard Dehnke. Ziegelsteine, Türbeschläge, Fenster, aber auch der Grundbau, der das Miniaturhaus zusammenhält – eine ganze „Haus-Fabrik“ ist in der Werkstatt untergebracht. „Ich habe schon an einigen Häusern mitgearbeitet, man braucht wirklich sehr viel Geduld“, sagt Ullrich Dietmar, der in der Werkstatt einen Bundesfreiwilligendienst ableistet. Er war bereits mehrfach hier beschäftigt und ist stolz, was für Projekte hier auf die Beine gestellt werden. „Es macht Spaß, man sieht, was man schafft“, ergänzt er.

Die Arbeit wird ihm so schnell nicht ausgehen: 1995, als das erste Projektteam mit dem Bau der Miniaturstadt begann, hatten die drei Mitarbeiter sich vorgenommen innerhalb von 25 Jahren – also 2020 – den Nachbau Bützows abzuschließen. „Diesen Plan haben wir längst aufgegeben“, sagt Birgit Czarschka und lacht.

Führungen durch die Werkstatt der Miniaturstadt sind nach Anmeldung möglich, Tel.: 038461/595 76.

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