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Bützower Zeitung

24. November 2017 | 17:58 Uhr

Bützow : Bauern wirbeln Dreck weg

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Maisernte: Nasse Äcker sorgen für schmutzige Straßen. Landwirte der Region vorbildlich bei der Reinigung der Fahrbahnen.

von
erstellt am 04.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Warnleuchte und Staubwolke sind schon von Weitem zu sehen, ein Schild an der Straßenseite mahnt zur Vorsicht. Die Straßenreinigungsarbeiten rund um den Hof der Meiners und Hobel GbR in Horst sind nicht zu übersehen. Und das wird wohl noch ein paar Tage so bleiben. Denn die vom Regen nassen Böden machten es den Landwirten in diesem Jahr unmöglich, sauberen Reifens von den Maisfeldern zu kommen, die sie in den vergangenen Wochen abernteten. Die Folge sind überdurchschnittlich dreckige Straßen – und zahlreiche Beschwerden von Anwohnern.

Viele kritische Stimmen sind bei Klaus Rambow vom Ordnungsamt in Bützow eingegangen. „Es gab dieses Jahr recht viele Beschwerden, weil die Straßen über das übliche Maß hinaus verschmutzt waren“, sagt er. Landwirt Eckhard Meiners hat deswegen ein schlechtes Gewissen – auch wenn sich bei ihm persönlich niemand beklagt hat. „Man hat einfach selbst ein schlechtes Gefühl deswegen, es ist eben auch in dieser Hinsicht ein Ausnahmejahr“, sagt er. Für die Geduld der Anwohner sei er sehr dankbar.

Die dreckigen Straßen sind ein weiteres Symptom der außergewöhnlich schwierigen Saison, die die Landwirte überall in der Region hinter sich haben. Das Frühjahr war kalt, der Sommer weitestgehend nass, nach einigen milden Wochen folgte wieder Dauerregen. Die Maisernte verzögerte sich in den meisten Betrieben. Als es losging, mussten die nassen Böden in Kauf genommen werden. Denn noch länger zu warten, hätten sich die Betriebe nicht leisten können. „Man kann den Mais ja nicht auf dem Feld vergammeln lassen“, sagt Jana Woll von der Meiners und Hobel GbR. Um als Futter verwertbar zu sein, brauche die Pflanze nunmal eine bestimmte Qualität.

Die Unannehmlichkeiten, die das für Anwohner und Autofahrer mit sich brachte, haben die Mitarbeiter des Betriebes genau im Blick. „Wo wir konnten, haben wir gleich versucht, alles sauber zu machen. Ich werde mir dann in der nächsten Woche noch einmal die Wege anschauen. Wir sind jetzt ständig dabei, alles zu beseitigen“, sagt Eckhard Meiners.

Diese vorbildliche Einstellung haben laut Klaus Rambow die meisten Landwirtschaftsbetriebe in der Region an den Tag gelegt. Ob in Bernitt, Jürgenshagen, Krugland oder Baumgarten: „Die Bauern sind alle zugänglich und kooperativ gewesen. Wir haben mit einigen auch darüber gesprochen, ob sie nicht alternative Wege nutzen könnten, das wurde, soweit möglich, auch umgesetzt“, sagt Rambow. Generell plädiert er vor allem für Verständnis. „Bei der aktuellen Witterung bleibt es nicht aus, dass die Straßen durch die großen Fahrzeuge verdrecken. Es darf natürlich nicht zu einer Gefahr werden, aber die Landwirte können nicht mehr machen.“

Eckhard Meiners bleibt optimistisch, dass die Extreme dieses Jahres sich so schnell nicht wiederholen. „Generell bin ich dafür, den Kopf nicht hängen zu lassen. Ich hoffe einfach, dass für die Landwirtschaft nun bessere Jahre kommen werden.“

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