Bützow : Barocker Engel in der Stiftskirche

Verpasst dem Gewölbe der Stiftskirche einen neuen Anstrich: Rainer Wittenburg.  Fotos: Christina Milbrandt
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Verpasst dem Gewölbe der Stiftskirche einen neuen Anstrich: Rainer Wittenburg. Fotos: Christina Milbrandt

Das Malerei-Relikt ist bei Ausmalungsarbeiten am Altargewölbe zutage getreten

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10. Juni 2016, 21:00 Uhr

Die Bützower Stiftskirche gleicht derzeit einer Baustelle. Nicht nur außen, sondern auch innen bestimmen Baugerüste das Bild. Wer sie erklimmt, hat eine einmalige Sicht auf das Gewölbe und kann zudem einen Blick auf eine besondere Entdeckung werfen. Denn bei den Ausmalungsarbeiten am Altargewölbe ist das Bild eines Engels aufgetaucht. „Durch die Tornadoschäden musste mehr als geplant von den alten Farbschichten abgenommen werden, dabei wurde der Engel gefunden“, berichtet Architekt Hartmut Böhnke.

Der Engel, der auf weißem Untergrund gemalt ist, stammt wahrscheinlich aus der Barockzeit. „Das ist eine der ältesten Farbschichten. Bis 1860 war die Kirche weiß ausgemalt“, sagt Böhnke. Auch an den anderen Seitendes Altargewölbes seien Reste figürlicher Malerei gefunden worden. Diese seien jedoch nur noch fragmentarisch vorhanden gewesen und wurden deswegen übermalt. „Davon hätte man leider nichts mehr retten können“, sagt Pastorin Johanna Levetzow.

Der Engel ist jedoch nicht das einzige erhaltene Relikt aus der Vergangenheit. Bereits 2013 wurden im nördlichen Seitenschiff Malereireste entdeckt. In diesem Fall handelt es sich um rote Lilien, die – genauso wie der Engel – als „restauratorische Fenster in die neue Farbfassung integriert werden sollen“, sagt Böhnke. Damit der Engel auch von Weitem erkennbar ist, müsse er nun, so weit es möglich ist, von den Restauratoren ausgebessert werden, so der Architekt.

Der Rest des Kirchengewölbes wird in einem Blauton angemalt. Bis Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Das bedeutet eigentlich Ende Oktober, Anfang November. Es muss fertig sein, bevor der Frost kommt“, sagt Böhnke. Bis dahin wird die Bützower Stiftskirche ihre Baustellenatmosphäre behalten. Die Gottesdienste hält Johanna Levetzow trotzdem wie gewohnt ab. Da sie aber nicht von der Kanzel aus predigen könne, stehe sie nun in der Mitte des Ganges. Und auch für das nächste Sommerkonzert in der Stiftskirche wird improvisiert. „Es wird eine zusätzliche Gerüstebene eingebaut, von der aus die Gitarristin spielen wird“, erzählt die Pastorin.

Der Engel ist nun eine zusätzliche Attraktion für die Besucher der Kirche. „Das ist schon ein spannendes Detail. Er kommt gut an. Wenn Leute hoch ins Gewölbe dürfen, schauen sie sich ihn immer sehr gerne an“, sagt Johanna Levetzow.

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