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Landkreis Rostock hat neue Windeignungsgebiete ausgewiesen : Bald noch mehr Windkraft-Anlagen

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Der Planungsverband Region Rostock hat neue Windeignungsgebiete im Landkreis ausgewiesen - dazu zählen Flächen in der Gemeinden Tarnow, den Kommunen Klein Belitz, Jürgenshagen, Dobbin-Linstow, Plaatz und Stadt Laage.

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erstellt am 03.Feb.2013 | 06:54 Uhr

Tarnow/Klein Belitz/ Wokrent | Wenn Tarnows Gemeindevertreter heute Abend zu ihrer Sitzung zusammen kommen, reden sie sicherlich auch über den künftig möglichen Bau von neuen Windkraftanlagen in ihrer Kommune.

Denn der Planungsverband Region Rostock hat seit Donnerstag neue Windeignungsgebiete im Landkreis ausgewiesen - dazu zählen nicht nur Flächen in der Gemeinden Tarnow, sondern auch in den Kommunen Klein Belitz, Jürgenshagen, Dobbin-Linstow, Plaatz oder Stadt Laage.

"Die Flächen wurden nach einheitlichen, vorher festgelegten Merkmalen ausgewählt", erläutert Matthias Plehn, zuständiger Mitarbeiter im Planungsverband Region Rostock. So werde beispielsweise darauf geachtet, dass nach allen Seiten große Abstände, aber mindestens 1000 Meter, zu den Wohnorten eingehalten werden. Zudem dürfen die ausgesuchten Flächen keine größere Bedeutung für den Natur- oder Landschaftsschutz haben, fügt Plehn hinzu.

Mathias Wolschon, Stadtvertretervorsteher und als Kreistagsmitglied auch im Planungsverband vertreten, hat einige Bedenken angesichts der neu ausgewiesenen Flächen. "Es wird zu einer Verdichtung von Windkraftanlagen zwischen Bützow und Satow kommen", sagt Wolschon. Im Gebiet Hohen Luckow sowie bei Tarnow spreche man auch von einer "Einkreisung", schildert er die Anordnung des Eignungsgebietes Nun komme die Zeit, in der die Auswirkungen der Energiewende immer deutlicher zu spüren sein werden, weist er auf den politischen Beschluss hin. Unklar sei bisher jedoch, welche gesundheitlichen Auswirkungen eine größere Anzahl von Anlagen auf die in der Nähe lebenden Menschen habe, sagt er.

Auch eine andere Tatsache beunruhigt Mathias Wolschon. Es werden neue Gebiete ausgewiesen, obwohl bestehende Eignungsflächen noch nicht einmal bebaut sind. Im Blick hat er dabei ein Gebiet bei Kurzen Trechow oder auch der wahrscheinliche Bau des Windparks "WEA Kambs I", der teilweise in der Gemarkung Klein Belitz liegt. Die Tendenz, dass bald zu viele Windkraftanlagen auf einer Gemeindefläche stehen, bestehe laut Planungsverband nicht. "Es handelt sich um einzelne Flächen, die für sich genommen nicht übermäßig groß sind", erläutert Matthias Plehn. So betrage die Mindestgröße für eine Eignungsfläche 35 Hektar. Die Maximalgröße sei jedoch nicht definiert, sagt Plehn. Auch eine Maximalgröße der Windkraftanlage sei derzeit noch nicht definiert. Allerdings gebe es bei einer möglichen Bebauung für die einzelnen Anlagen noch ein Genehmigungsverfahren. Dabei werden unter anderem der Schall, der von den Anlagen ausgeht, und der Schlagschatten untersucht.

Die recht zügige Ausweisung eines weiteren Eignungsgebietes hängt mit Zielen in anderen in anderen Bundesländern zusammen. So liege laut Plehn die Fläche, auf der alternative Energie durch Windkraft erzeugt werden soll, in Brandenburg und Schleswig-Holstein bei 1 Prozent. "In Mecklenburg-Vorpommern liegen wir darunter", sagt Plehn. In der Region Rostock seien bisher 0,6 Prozent der Fläche als Eignungsgebiet ausgewiesen. "Mit den neuen Gebieten sind wir bei 0,9 Prozent", blickt Plehn in die Zukunft. Ab März liegen die Unterlagen zu den neuen Windeignungsgebieten öffentlich aus. Jeder Bürger oder jedes Unternehmen kann dann seine Einwände hervorbringen. Diese werden dann in die Dokumente eingearbeite und nochmals ausgelegt. Erst wenn es keine Kritikpunkte mehr, besitzt das Gebiet Gültigkeit.

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