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Sanierung für 4,9 Millionen Euro : Bahnhof im Eiltempo fertiggestellt

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Graffiti an den Wänden und maroder Backstein - so sah der Schwaaner Bahnhof noch vor sieben Monaten aus. Das alles ist nun Vergangenheit. Gestern wurde offiziell die modernisierte Zugstation in Betrieb genommen.

svz.de von
erstellt am 19.Mär.2012 | 08:11 Uhr

Schwaan | Graffiti an den Wänden, maroder Backstein und Grasbüschel auf den Gleisen - so sah der Schwaaner Bahnhof noch vor sieben Monaten aus. Das alles ist nun Vergangenheit. Gestern Nachmittag wurde offiziell die modernisierte Zugstation in Schwaan wieder in Betrieb genommen. Mit insgesamt 4,9 Millionen Euro investierte die Deutsche Bahn letztlich 2,1 Millionen mehr in 170 Meter lange Bahnsteige, zwei Aufzüge und eine Unterführung zwischen den Bahnsteigen, als zunächst 2010 veranschlagt. Hinzu kamen eine moderne Lautsprecheranlage und "dynamische Schriftanzeiger", die mittels Lautschrift über Abweichungen vom Zugbetrieb informieren. "Für uns ist es eine sehr gute Investition, die sich lohnt", sagt Joachim Trettin, Bevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Vor allem für die Zugfahrer wird nun vieles leichter. Der Schwaaner Bahnhof zeichnet sich künftig mit seiner Barrierefreiheit aus. Simone Traue beispielsweise freut sich über die verbesserten Bedingungen, da sie durch die neuen Aufzüge nun mit dem Kinderwagen besser auf die anderen Bahnsteige gelange.

Für Verkehrsminister Volker Schlotmann verbessert sich aber auch das Erscheinungsbild der Stadt enorm: "Die Attraktivität wird deutlich erhöht. Bahnhöfe sind auch eine Visitenkarte der Stadt. Man darf nicht vergessen, dass der erste Eindruck prägt, sowohl positiv als auch negativ." Deshalb kam der Politiker auch nicht drum herum, den Bahnhofsvorplatz anzusprechen, der nach wie vor für Gesprächsstoff sorgt, auch bei den Bürgern. "Ich hoffe, dass sich da bald etwas tut und er wieder schön wird", sagt Gerda Mintel aus Schwaan.

Zur Erinnerung: Die Kreisverwaltung in Bad Doberan plant gemeinsam mit der Stadt den Bahnhofsvorplatz als Umsteigepunkt vom Bus auf die Bahn und umgekehrt auszubauen. Schließlich gibt es viele Pendler zwischen Güstrow und Bad Doberan. Schwaan ist ein beliebter Zustiegsort für Berufspendler. Das sorgt auch immer wieder für Parkplatzprobleme im Bahnhofsbereich. Dafür sollen Pläne der Stadt aus den 1990er-Jahren wieder ausgerollt und aktualisiert werden (SVZ berichtete). Schwaan möchte das Areal kaufen, dann an die Küstenbus GmbH, einer 100-prozentigen Tochter des Landkreises, überschreiben. Die lässt den Vorplatz sanieren. Anschließend geht die Fläche wieder ins Eigentum der Stadt über (so die bisherigen Pläne). Wann diese umgesetzt werden können, steht aber noch nicht fest.

Zumindest für Fahrradfahrer wurden bei der Sanierung vor der Unterführung zehn neue Fahrradständer aufgestellt. Bereits bevor die neue Bahnsteige gebaut wurden, hatte sich auf dem Schwaaner Bahnhof in den Jahren zuvor bereits einiges getan: neue Gleise, Weichen und Schwellen wurden auf dem Gelände verlegt. Außerdem Schutzschichten und Tiefenentwässerungsanlagen angelegt. Saniert sind auch die Oberleitungen und die Leit- und Sicherungstechnik. Das hatte zur Folge, dass die Züge nun mit 120 statt mit 70 Kilometern pro Stunde durch den Bahnhof durchrattern dürfen.

So richtig wohl fühlen sich die Schwaaner scheinbar aber erst, wenn auch der Bahnhofsvorplatz endlich ein neues Aussehen bekommt. Das scheint aber weiter Geduld gefragt.

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