zur Navigation springen
Bützower Zeitung

16. Dezember 2017 | 06:25 Uhr

Bützow : Bahn bleibt eine Antwort schuldig

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bützowerin wünscht sich Übergangslösung für Zugang zu Bahnsteigen 2 und 3

von
erstellt am 30.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die Bützowerin Anny Zabel ist oftmals mit einem Rollator unterwegs. Deshalb ärgert es sie, dass Menschen mit einem Handycap am Bützower Bahnhof nach wie vor ausgebremst werden. Dabei gebe es aus ihrer Sicht eine gute Zwischenlösung, bis der Bahnhof barrierefrei ausgebaut wird. Doch auf Nachfrage der Bützower Zeitung blieb die Deutsche Bahn AG diesbezüglich eine Antwort schuldig.

Wer in Bützow mit einem Kinderwagen oder eben mit einem Rollator auf die Bahnsteige 2 und 3 gelangen möchte, ist auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Helfer, die vielleicht mit anfassen, die beim Tragen die Treppenstufen hinunter und hinauf behilflich sind. Rollstuhlfahrer haben gar keine Chance, die Bahnsteige zu erreichen. Doch nicht immer ist eine helfende Hand zur Stelle. Dann bleibt nur der Übergang am Ende vom Bahnsteig 1. Dabei müssen aber die Schienen überquert werden. Doch das darf Otto-Normalbürger nicht allein, sondern nur in Begleitung eines Bahnmitarbeiters. Und diese Hilfe muss mindestens 24 Stunden vorher per Telefon oder Internet beantragt werden (SVZ berichtete mehrfach). Spontan verreisen geht also nicht.

Dass sich daran etwas ändert, ist vorerst nicht in Sicht. Seit rund zehn Jahren hat die Deutsche Bahn AG den Termin für einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs mehrfach verschoben. Jetzt heißt es dazu auf Nachfrage der Bützower Zeitung: „Aufgrund notwendiger baubetrieblicher sowie finanzieller Einordnungen ist eine Realisierung vor 2019 nicht möglich.“ Ein Satz, den die Bützower so oder ähnlich schon mehrfach gehört haben.

Doch Anny Zabel will das nicht hinnehmen. Es gebe die Möglichkeit einer Zwischenlösung, ist sie überzeugt. „In Güstrow gibt es einen Tunnel unter den Gleisen. Dort sind Schienen angebracht und Laufleisten aus Beton. Dort können sowohl Kinderwagen als auch ich mit dem Rollator wunderbar hoch- und runterfahren“, sagt die Bützowerin. Warum werde so etwas nicht auch in Bützow gemacht, fragt sie. Doch Bahnsprecher Gisbert Gahler geht auf diese Anfrage gar nicht ein. Vielmehr verweist er auf die „Mobilitätszentrale des Flächenpräsenzteam Rostock“. Und weiter heißt es: „Eine andere Möglichkeit besteht bis zum Umbau nicht, weil ein durchgehendes Hauptgleis überquert werden muss und bei jeder Hilfeleistung für mobilitätseingeschränkte Reisende, für die keine Möglichkeit der Treppennutzung von und zu den Gleisen 2 und 3 besteht, eine Gleissperrung erfolgen muss. Erst nach diesen betrieblichen Handlungen darf der höhengleiche Personenübergang betreten werden.“ Die Bahn plane einen Neubau einer Unterführung mit Aufzügen. Doch vor 2019 ist eine Realisierung nicht in Sicht.

Menschen wie Anny Zabel ist damit wenig geholfen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen