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Plau am See : Aus dem Eise befreit: Jungschwan Max und seine Rettung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Immer war da, wo Max monatelang geschwommen und getaucht war, Wasser. Mit den klirrenden Minusgraden, die in der vergangenen Woche die Region und auch den Plauer See umklammerten, wich es. Bis da schließlich nur noch Eis war. Und Max fest saß. Unfähig, sich selbst zu befreien. Verdammt dazu, zu erfrieren. Doch Max hatte Glück. Da seine Familie ihr Revier in der seichteren Uferzone vor dem Plauer Zeltplatz hatte, war der junge Schwan entdeckt worden. Gerade noch rechtzeitig.

Beide Füße steckten fest, der Körper war angefroren, der Hals voller Eis… „Er konnte sich nicht mehr rühren. Ein paar Stunden noch, vermute ich, dann wäre ihm nicht mehr zu helfen gewesen“, erzählt Waltraud Wolter. Mit anderen Bewohnern der Plauer Seestraße und aus dem Seeblick war sie zum Ufer geeilt. Spaten dabei, Hämmer. Sie verloren keine Zeit, arbeiteten sich vorsichtig auf dem Eis vorwärts, bis sie nach knapp 15 Metern das Tier erreichten, klopften es frei und brachten es in eine Decke gepackt ans Ufer. „Der Schwan war völlig ermattet, fiel immer wieder um“, erinnert sich Waltraud Wolter an die beherzte Rettungsaktion.

Die endete für den jungen, noch unerfahrenen Wasservogel zunächst an einem trockenen, geschützten Plätzchen in der Garage der Wolters. Hier bekam er zu fressen – Kartoffeln, Brot, Salat, Hafeeflocken etwa – und hier bekam der Jungschwan auch seinen Namen. „Ich finde Max oder auch Mäxchen passt irgendwie zu ihm “, lacht Waltraud Wolter. Vielleicht weil er beim Laufen immer noch etwas tollpatschig ist.

Auch nach zwei Tagen, in denen die Retter den Schwan in einem Hundezwinger der Plauer Tierstation unterbringen konnten, hat sich Max noch nicht ganz erholt. „Doch er gefällt uns jetzt schon viel besser. Er steht wieder sicher, ist aufmerksam und im Zwinger auch schon gut unterwegs“, sieht die Plauerin mit Freude, dass ihr Ziehkind auf dem Weg der Besserung ist. Jeden Tag fährt sie hin, um ihm frisches Fressen zu bringen. „Er erholt sich prächtig, ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ihn schon in den nächsten Tagen wieder am See aussetzen können.“

Max hat Glück, vielleicht sogar einen Schutzengeln gehabt. Nicht nur, weil er rechtzeitig gefunden und aus dem Eis befreit worden war. Seine Retter hatten gehofft, ihn zum Umweltpark in Güstrow bringen zu können. Als der jedoch wegen zu hohen Risikos, Krankheiten einzuschleppen, ablehnte, überließen sie Max nicht seinem Schicksal, sondern sorgen Tag um Tag dafür, dass er wieder zu Kräften kommt und in sein Revier am Plauer See zurückkehren kann. Etwas anderes sei in der Situation auch gar nicht in Frage gekommen, sagt Waltraud Wolter.

Seit 17 Jahren kümmert sie sich um verlassene Tiere, ist aktives Mitglied im Plauer Tierschutzverein. Wenn Tiere in Not sind, kann sie nicht anders. Deshalb hat sie auch die acht herrenlosen Katzen unter ihre Fittiche genommen, die nahe des Sees in einem Waldstück leben.


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erstellt am 31.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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