Schwaan : Auf der Spur der Schwaaner Öfen

Ingo Braun an seinem Schnittplatz: Am Computer arbeitet er das gesammelte Film- und Fotomaterial auf.
Ingo Braun an seinem Schnittplatz: Am Computer arbeitet er das gesammelte Film- und Fotomaterial auf.

Ingo Braun aus Neu Wiendorf recherchiert für Film über Schwaaner Traditionsfirma. Der Streifen wird voraussichtlich im Herbst in der Kunstmühle gezeigt.

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03. September 2015, 18:35 Uhr

Wer hat originale Produkte, die einst in der Schwaaner Ofenfabrik hergestellt wurden? Mit dieser Frage wandte sich Hobbyfilmer Ingo Braun vor knapp zwei Monaten an die SVZ-Leser. Hintergrund: Der Neu Wiendorfer fertigt einen Film über die Geschichte des traditionsreichen Unternehmens.

Das Material, das Ingo Braun und Eberhard Klötzer – ein Enkel des einstigen Fabrikanten – seit Monaten für den Film zusammentragen, wird immer umfangreicher. Nach dem Beitrag in der Schweriner Volkszeitung meldete sich zum Beispiel eine Frau aus Bützow. Auch sie habe einen Aschenbecher aus dem Hause Klötzer, wie er in der SVZ abgebildet war. „Der Ascher trägt sogar noch die Telefonnummer der Firma“, erzählt Ingo Braun.

Von der Druckerei Malitz hätten die beiden Männer außerdem Zeitungen aus den 1920er-Jahren durchforstet und dort weitere interessante Details zur Ofenfabrik herausgefunden. Heiko Brunner von der Kunstmühle habe Zeitungen aus den 1930er-Jahren. Zwei Praktikanten recherchieren in diesen historischen Unterlagen nach weiteren Informationen. So gibt es jetzt mehr Details zur Übernahme der Lehmannschen Ofenfabrik und den Baumaßnahmen in der Marienstraße.

Außerdem seien Eberhard Klötzer und er viel unterwegs gewesen, hätten an vielen verschiedenen Orten Öfen aus dem Hause Klötzer fotografiert, sagt Ingo Braun. „Es ist toll, wie groß die Bereitschaft der Menschen ist“, so der Hobbyfilmer. Schließlich sei es nicht selbstverständlich, wenn man bei wildfremden Menschen an der Tür klingelt mit der Bitte, Öfen zu fotografieren.

In Wiendorf konnten gleich drei Öfen der Schwaaner Fabrik abgelichtet werden. Woran erkennbar sei, dass sie auch wirklich aus der alten Ofenfabrik stammen? „Hundertprozentig nicht, denn die Ofenkacheln haben ja ihren Firmenstempel innen bekommen, bevor sie gebrannt und dann verbaut wurden“, so Ingo Braun. Doch Eberhard Klötzer kenne die Bauart und könne deshalb mit sehr großer Bestimmtheit sagen, ob die aus der Firma seines Großvaters stammen. Fündig sei man auch im Kloster Malchow geworden. Dort gebe es eine Sammlung von Öfen, erzählt Ingo Braun.

Das Material wird nun akribisch ausgewertet und aufbereitet. „Wir werden wohl noch vier Wochen brauchen“, so Braun. Mit Heiko Brunner, dem Leiter der Schwaaner Kunstmühle, sei abgesprochen, dass der Streifen dort im Herbst der Öffentlichkeit präsentiert werde, sagt Ingo Braun.

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