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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 00:21 Uhr

Bützow : Arbeitsplan gegen Mobbing

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Beim Sozialraumtreff kommen Themen auf den Tisch, wie Kindern und Jugendlichen geholfen werden kann

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Etwa 500 000 Kinder werden deutschlandweit gemobbt. Das schließt Bützow nicht aus. „In den meisten Klassen gibt es etwa ein bis zwei Kinder, die Opfer von Mobbing sind“, sagt Schulsozialarbeiterin Charlotte Quandt. Die Kinder können bei Nichtbeachtung schwere psychologische Schäden davontragen. Diesem und anderen Themen widmete sich gestern der Sozialraumtreff im Geschwister-Scholl-Gymnasium.

Insgesamt 14 Teilnehmer haben sich in der Schule versammelt, um die gemeinsame Kinder- und Jugendarbeit in Bützow zu besprechen. Moderiert wurde das Treffen von Uwe Kranz, Schulsozialarbeiter des Gymnasiums. Ihm liegt ein besonderes Projekt am Herzen: der Mutmacher. Den möchte er bei dem Treffen bewerben.

„Beim Mutmacher handelt es sich um ein Mobbingtagebuch. Das Projekt stammt vom Arbeitskreis Sozialarbeit Rostock und wurde in der Hansestadt schon sehr erfolgreich angewandt“, so Kranz. Mit dem Tagebuch haben das Mobbingopfer und der Schulsozialarbeiter ein Handwerkzeug, mit dem sie konkret gegen das Mobbing vorgehen können. „Das Tagebuch wird konsequent über sechs Wochen geführt – wenn sich keine kurzfristige Lösung für das Problem finden lässt – und dann gemeinsam ausgewertet“, erklärt Kranz.

Täglich schreibt der Betroffene auf, was ihm am Tag passiert ist. Er nennt das Ereignis – zum Beispiel „Meine Federtasche wurde weggenommen“ und schreibt die Namen der Beteiligten auf. Vermerkt wird auch, wer dem Mobbingopfer in der Situation beistand und wie der Gemobbte sich fühlte.

„Oft hilft schon das Aufschreiben der Situation. Der Gemobbte macht sich Gedanken, analysiert das Geschehene“, so Kranz. Dieser Prozess ist dann häufig schon eine erste Hilfe, um die Lage distanziert zu betrachten. „Nach der Auswertung des Tagebuches müssen individuelle Lösungen für Opfer und Täter gesucht werden“, sagt Kranz. Denn bei Mobbing gibt es kein universelles Vorgehen. „Es gibt auch keine schnelle Lösung“, bestätigt Charlotte Quandt. Uwe Kranz würde sich wünschen, dass das Projekt auch in Bützow fruchtet. „Mutmacher würde ich gerne ab nächstem Schuljahr an allen Bützower Schulen einsetzen“, sagt der Sozialarbeiter.

Bei dem Treff ging es aber nicht ausschließlich um Mobbing. Auch andere Themen – oft organisatorischer Natur – wurden in lockerer Atmosphäre angesprochen. „Es ist eine freiwillige Arbeit der Akteure. Wir fragen uns: Was können wir für die Stadt Bützow bewirken“, sagt Kranz. Die Sozialarbeiter und Jugendclubs bringen sich gegenseitig auf den neuesten Stand, verknüpfen die Kommunikationswege und thematisieren Schwerpunkte ihrer Arbeit, wie Mobbing oder psychische Probleme bei Kindern oder Eltern. Dafür treffen sie sich zweimal jährlich. „Oft geht es auch um Bürokratisches, wobei uns der Sozialpädagogische Dienst unterstützt“, so Kranz. Daneben wird die Herangehensweise an spezielle Fälle besprochen. „Es kann zum Beispiel sein, dass ich in der Schule keinen Zugang zu einem Kind finde, im Jugendtreff aber schon.“

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