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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 12:30 Uhr

Rühn : App weist den Weg durchs Kloster

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Wismarer Studenten entwickeln Prototyp eines Programms, mit dem Smartphone-Nutzer virtuell das historische Gemäuer in Rühn erkunden können

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Führungen durch das Rühner Kloster könnten in Zukunft digital ablaufen. Wie das genau funktionieren kann, haben sich Studenten der Hochschule Wismar überlegt. Im Zuge eines Projektes an der Fakultät Gestaltung haben angehende Kommunikationsdesigner den Prototypen für eine Smartphone-App entwickelt, mit der das Kloster erkundet werden kann.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, haben sich die Studenten das Gelände angeschaut und mehrere Führungen mitgemacht, berichtet Fakultätssprecher Georg Hundt. Auf dieser Grundlage hat sich die Gruppe eine virtuelle Führung überlegt, die mit einigen Spezialeffekten angereichert ist. Das Prinzip: Nähert sich der Besucher bei einem Rundgang durch das Kloster bestimmten Stationen, meldet sich die App mittels einem Sender, der über Bluetooth erkannt wird. „Je nach Station meldet sich nun einer von vielen Charakteren und bietet Hintergrundinfos,Videos oder eines von verschiedenen Minispielen an“, erklärt Georg Hundt. Ein Beispiel: Hält sich der Besucher gerade im Sakralraum auf, wird er von einer Nonne angesprochen, die ihn über den Kircheninnenbau, die frühere und die neue Gottesdienstordnung und vieles mehr informiert.

Außerdem in der App enthalten: ein Quiz und eine Art Puzzle, bei dem die Inschriften der Glocken des Klosterturms zusammengesetzt werden müssen. Der zentrale Ausgangspunkt für alle Stationen und Charaktere der App ist eine Übersichtskarte mit einem dreidimensionalen Modell des Klosters.

Auch wenn das Ganze bislang nur als Entwurf existiert – der Klosterverein ist begeistert von der Idee. „Das ist schon gut durchdacht. Wir waren auch bei der Verteidigung des Projektes dabei und haben da deutlich gemerkt, dass sich die Studenten ernsthafte Gedanken gemacht haben“, sagt Vereinsvorsitzender Hans-Georg Harloff. Das Potenzial für eine Umsetzung sei seiner Meinung nach auf jeden Fall gegeben. „Neulich kam eine Gruppe von amerikanischen Kreuzfahrttouristen vorbei. Das waren alles junge Leute mit Smartphone. Und auch die Kanuten, die in der Nähe aussteigen, haben in der Regel alle ein Handy.“

Generell sei die Umsetzung der App wünschenswert, sagt Harloff. Die Gästeführer soll sie aber nicht ersetzen, sondern deren Angebot vielmehr ergänzen. „Da unsere Führungen durch die Klosteranlage in der Regel erst ab fünf Leuten stattfinden, könnte die App eine Lücke schließen.“ Wenn kleine Gruppen oder Einzelpersonen, die spontan zum Kloster kommen, die Möglichkeit hätten, in die Räume zu kommen, dann könnten sie mit der App selbstständig das Kloster erkunden, so Harloff.

Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist bislang jedoch noch nicht klar. Der finanzielle Aufwand für den Klosterverein wäre enorm, sagt Harloff. Die Fördermittel aus dem Leader-Programm seien auf die Sanierungsarbeiten ausgerichtet und könnten nicht umgeschichtet werden. „Es wäre schade, wenn das am Ende nur an der Finanzierung scheitert, aber da wir alle ehrenamtlich den Verein betreiben, können wir das nicht allein stemmen. Wir sind eben keine Kommune“, sagt Harloff.

Die Mitglieder seien aber so von der Arbeit der Studenten überzeugt, dass sie die Augen offen halten nach Möglichkeiten, Fördermittel für die technische Entwicklung einzuwerben.

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