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Tornado in Bützow – Ein Jahr danach : Ansehen der Wehr ist gestiegen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bei Wehrführer Holger Gadinger liefen nach dem Wirbelsturm alle Fäden zusammen

von
erstellt am 04.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Ein Jahr ist seit dem Tornado, der die Kleinstadt Bützow mit einem Schlag völlig veränderte, vergangen. Die Häuser sind wieder hergerichtet, kaum etwas erinnert noch an die Schreckensminuten des 5. Mai 2015. Bei den Bützowern haben sich die Bilder jedoch fest eingebrannt und viele werden in diesen Tagen wieder an die Minuten nach dem Tornado denken, als die Straßen von Ziegel rot gefärbt waren.

Noch lange bevor die Menschen begriffen, was eigentlich gerade passiert war, rückten schon die Feuerwehren aus. Unmittelbar nach der Katastrophe koordinierte Holger Gadinger, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bützow, die Rettungskräfte. „Die große Herausforderung war die Erfassung des Schadensgebietes und die Prioritätensetzung. Wir konnten ja nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Gadinger. Oberste Priorität hatte zunächst die Warnow-Klinik „und das Freilegen der Rettungswege“, erinnert sich der Wehrführer. Denn in den ersten Minuten rechneten die meisten mit dem Schlimmsten. „Zum ersten Zeitpunkt mussten wir von vielen Verletzten ausgehen.“

Doch Bützow hatte unfassbar viel Glück in diesem Unglück. Es gab keine Toten, eine schwerverletzte Person. Die Menschen in der Stadt hatten unzählige Schutzengel an ihrer Seite. Diese Umstand ließ die Bützower noch enger zusammenwachsen. Seite an Seite wurden die Aufräumarbeiten in die Hand genommen.

Die Feuerwehrleute arbeiteten sich unermüdlich von Haus zu Haus, sicherten Dach um Dach und erlaubten sich erst nach drei Tagen eine wirkliche Pause, nachdem alle Not-Sicherungsarbeiten erledigt waren. „Von der Entscheidungsführung würde es heute sicher genauso ablaufen. Das war gut organisiert“, sagt Gadinger. Auch mit der Strukturierung der eingesetzten Feuerwehren sei er zufrieden und würde nichts anders machen.

Doch was bleibt ihm am eindrücklichsten in Erinnerung? „Das war der erste Schock, was die Natur mit uns machen kann, dass wir dem hilflos gegenüber stehen. Und wenn ich daran denke, was auf uns zukommt im Zuge des Klimawandels, müssen wir die Einsatzkonzepte daran anpassen“, sagt Gadinger mit Blick in die Zukunft.

Beeindruckende Hilfsbereitschaft

Ein Jahr nach dem Tornado kann Wehrführer Holger Gadinger dem Naturereignis auch einige gute Punkte abgewinnen. In Erinnerung bleibt auch die Hilfsbereitschaft der Bützower, „aber auch so viele auswärtige Helfer waren vor Ort – das war beeindruckend“, sagt er.

„An sich, denke ich, ist die Akzeptanz und das Ansehen der Freiwilligen Feuerwehr sehr gestiegen“, ist er überzeugt und fügt an: „Wir haben viel Lob bekommen.“

Dennoch sei die Wertschätzung auch an anderen Stellen angebracht. „Es waren viel mehr freiwillige Helfer als Feuerwehrleute vor Ort“, gibt Gadinger einen Eindruck. „Aber auch die Zusammenarbeit untereinander war wirklich beeindruckend.“

In Bützower Zeitung vom 4. Mai 2016 finden Sie eine Doppelseite mit allen wichtigen Infos rund um den Tornado und was sich seitdem in der Warnowstadt getan hat.

Weitere Information zum Tornado in Bützow lesen Sie in unserem Dossier.

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