Schwaan : Amtlich: Amt bleibt Amt

Aus dem Schwaaner Rathaus heraus wird auch weiterhin das Amt mit all seinen Gemeinden verwaltet. Das Amt bleibt so, wie es derzeit ist.
Aus dem Schwaaner Rathaus heraus wird auch weiterhin das Amt mit all seinen Gemeinden verwaltet. Das Amt bleibt so, wie es derzeit ist.

Ausschuss hat im Auftrag des Landkreises geprüft – und bestätigt den Fortbestand des Amtes Schwaan

svz.de von
20. Februar 2018, 21:00 Uhr

„Entscheidung über den Fortbestand des Amtes Schwaan“ – so war eine Beschlusssache auf der jüngsten Tagesordnung des Amtsausschusses überschrieben. Wer sich nun fragt, in welche Richtung die Entwicklung des Amtes wohl geht oder welche Gemeinden sich möglicherweise abkapseln wollen, der hat sich vom Titel täuschen lassen. Denn hinter der Beschlusssache stand lediglich ein vom Landkreis Rostock auferlegtes Abfragen des Amtes, ob mit benachbarten amtsfreien Gemeinden oder benachbarten Ämtern ein gemeinsames Amt oder eine gemeinsame Verwaltungsgemeinschaft angestrebt wird. Im Amt Schwaan ist dem nicht so. Alles bleibt wie gehabt. Dafür stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig.

Ausschlaggebend für die Aufforderung des Landkreises ist das Gemeindeleitbild-Gesetz. Dieses schreibt vor, dass Ämter, die im Jahr 2030 voraussichtlich zwischen 6000 und 8000 Einwohnern haben, sich mit ihrer aktuellen Struktur zu befassen haben. Grundlage der Einwohnerzahlen ist die vierte aktualisierte Landesprognose zur Bevölkerungsentwicklung. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich die Zahlen im Amt Schwaan prozentual wie die des Landkreises entwickeln. Es wird ein Rückgang von 14,3 Prozent prognostiziert, sodass es im Jahr 2030 schätzungsweise 6649 Einwohner geben soll. Die Zahlen stammen dabei aus 2010, als es den jetzigen Landkreis Rostock noch gar nicht gab.

„Das hat aber keine Auswirkungen, da sich das Amt durch die Kreisgebietsreform nicht verändert hat“, erklärte Amtsvorsteher Rüdiger Zöllig. Er betonte allerdings, dass es „Unfug“ sei, von Entwicklungen auf Kreisebene auf die im Amt zu schließen. „Aber wir sind brav der Bitte der Kommunalaufsicht gefolgt.“

Im Aufforderungs-Schreiben des Landkreises war von einer „Befassungspflicht der Amtsausschüsse mit ihrer Struktur“ die Rede, die sich aus der Gesetzeslage ergebe.

Mit dem gefassten Beschluss wurde zwar festgelegt, dass das Amt Schwaan bleibt, wie es ist, Zuwachs schließt das jedoch nicht aus. Wenn Ämter aus der Nachbarschaft sich dem Amt Schwaan anschließen wollen, steht das Amt Schwaan dem ausdrücklich offen gegenüber. „Wir schließen Verhandlungen nicht aus“, sagte Rüdiger Zöllig. Mit einem Augenzwinkern sagte er während der Versammlung, dass das Amt Laage einen „Aderlass“ durchaus vertrage.

Dass das Amt Schwaan in seiner jetzigen Form bestehen bleiben kann, untermauerten auch die Selbstbewertungen zur Zukunftsfähigkeit der Gemeinden, die aufgrund des Gemeindeleitbild-Gesetzes durchgeführt werden mussten. Damit hätten sich laut Rüdiger Zöllig mittlerweile alle amtsangehörigen Gemeinden beschäftigt. Zu vergeben waren maximal 100 Punkte, die die Gemeinde von der Finanzlage bis hin zum gesellschaftlichen Miteinander beurteilen sollen. „Ich freue mich richtig, dass jede Gemeinde im Amt so gute Punkte zusammenbekommen hat“, sagte Rüdiger Zöllig. Schwaan kam auf 72, Benitz auf 63, Vorbeck auf 68, Rukieten auf 57, Wiendorf auf 70, Kambs auf 78 und Bröbberow auf 76 Punkte. Ab 50 wird von Zukunftsfähigkeit gesprochen.

Der Beschluss zum Fortbestand des Amtes ist außerdem Beleg dafür, dass die amtsangehörigen Gemeinden mit der Situation zufrieden sind und es keine Abwanderungsgedanken gibt. Denn alle Bürgermeister stimmten dem Beschluss zu. „Das stellt der Amtsverwaltung ein gutes Zeugnis aus“, sagte Rüdiger Zöllig.

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