Alte Ziegelei wird endlich umgebaut

<strong>Die vom Zerfall bedrohte Alte Ziegelei   wird umgebaut:  </strong>Bei der Maßnahme werden die Fledermausquartiere erhalten und zudem neue Hangstrukturen  im Inneren des Ringofens geschaffen. <foto>Nadine Schuldt</foto>
Die vom Zerfall bedrohte Alte Ziegelei wird umgebaut: Bei der Maßnahme werden die Fledermausquartiere erhalten und zudem neue Hangstrukturen im Inneren des Ringofens geschaffen. Nadine Schuldt

svz.de von
08. Januar 2013, 10:04 Uhr

Schwaan | Die Alte Ziegelei in Schwaan wird ab April umgebaut. Sie soll danach auch weiterhin von Fledermäusen als Winterquartier genutzt werden können. Darüber informiert Antje Seebens, Projektkoordinatorin beim Naturschutzbund (Nabu) Mittleres Mecklenburg. "Die Baugenehmigung liegt vor und die Bauarbeiten wurden noch Ende Dezember ausgeschrieben", sagt Antje Seebens. Bereits im Juni gaben die Stadtvertreter grünes Licht für den Umbau der Alten Ziegelei.

Für das Gebäude beginnen die Bauarbeiten fast in der letzten Minute - die seit Jahren brach liegende Gebäuderuine könnte jeden Moment einstürzen. Bereits vor vielen Monaten ist die Stadt Schwaan ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen, und hat das Areal abgeriegelt.

"Ich bin froh, dass das Vorhaben nun endlich angeschoben wird", sagt Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer. Der 47-Jährige hatte das Problem schon 2009 - als er noch Vorsitzender des Umweltausschusses war - auf die Agenda gehoben. Damals sei er täglich auf dem Weg zur Arbeit an der maroden Alten Ziegelei vorbeigekommen, wollte diesen Zustand beheben. Dazu wird es in diesem Frühjahr, wenn die Fledermäuse ihren Winterschlaf beendet haben, endlich kommen. Die Maßnahme umfasse den Rückbau des Überbaus, die bauliche Sanierung beziehungsweise die Sicherung des Ringofens und die Schaffung von Hangstrukturen für Fledermäuse im Inneren des Ringofens, fügt Seebens hinzu. "Offene Stellen in der äußeren Wand des Ringofens müssen ausgebessert werden, damit im Winter keine Kälte eindringt", erklärte Projektplaner Andreas Hagenguth bereits im Juni. Der Ringofen werde zudem mit einer Kalkschlämme überzogen, um ihn zu stabilisieren, fügte er erläuternd hinzu.

Wie hoch die Bau-Kosten ausfallen, ist bisher noch nicht klar. Fest steht jedoch, dass die Maßnahme zu 100 Prozent gefördert wird. So stammen die Mittel zu 25 Prozent vom Land Mecklenburg-Vorpommern und zu 75 Prozent aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes, kurz Eler. Auch die Naturstiftung David unterstützt das Projekt. Die Stadt Schwaan muss jedoch das Geld für den Abbruch sowie für die Entsorgung ausgelagerter Gebäudeteile aufbringen. "Dafür sind 30 000 Euro vorgesehen und auch in den diesjährigen Haushalt eingeplant", sagt Bürgermeister Mathias Schauer. Die Vorhaben am Fledermauswinterquartier Alte Ziegelei Schwaan finden im Rahmen des Projektes "Erhaltung von Fledermauswinterquartieren als Lebensraum der Arten nach Anhang II FFH-Richtlinie in Mecklenburg-Vorpommern" statt. Das Projekt wird vom Nabu Regionalverband Mittleres Mecklenburg in Kooperation mit dem Nabu Landesfachausschuss für Fledermausschutz und -forschung MV durchgeführt. Im Brennofen der Alten Ziegelei überwintern von Oktober bis April über 100 Fledermäuse. Dazu gehören so seltene Arten wie das Braune Langohr oder das Große Maus ohr. Ihr Bestand hat sich zwischen 2001 und 2010 mehr als verdreifacht. Wurden im Januar 2001 noch 34 Fledermäuse gezählt, waren es im Februar 2010 schon 122 "Nachtschwärmer".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen