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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 08:56 Uhr

Bützow : Alte neue Brücke „fliegt“ ein

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Historische Teile der alten Eisenbahnbrücke mit dem Neubau verbunden / Sanierungskosten steigen vermutlich um 200 000 Euro

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 16:50 Uhr

Mittwochvormittag an der Nebel in unmittelbarer Nähe des Gewerbegebietes. Bauleute rufen sich Anweisungen zu, versuchen das   Brummen des Lkw-Motors zu übertönen.  Langsam hebt sich das zweite Segment der tonnenschweren Brücke vom Lkw-Auflieger in die Höhe. Minuten später ist die historische  Brücke wieder zusammengefügt.  Doch das ist nicht ganz richtig. Vielmehr sind es nur Teile der über 160 Jahre alten Eisenbahnbrücke, die an einer neuen Brücke „befestigt“ sind.

Die Arbeiten an dem Wahrzeichen neigen sich dem Ende entgegen. Viele Jahre nach der Sperrung der historischen Überführung und knapp ein Jahr nach der Abnahme, kehrt das „technische Denkmal“ an seinen alten Standort zurück. Hans-Joachim Mahlert vom Bauamt der Stadt – die hier Auftraggeber ist – verfolgt die Montagearbeiten ebenso gespannt, wie Haiko Hinterthan. Der Mann  von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises begleitet das Geschehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie er  erklärt.   Denn  künftig werden Fußgänger, Radfahrer und auch Autofahrer nicht mehr über die historische Brücke fahren, sondern über einen Neubau. Die alte Brückenkonstruktion wurde an der neuen Brücke „befestigt“. „Es ist ein Kompromiss“, erklärt der Denkmalschützer.

Froh über diesen Kompromiss ist auf jeden Fall Peter Falow vom Freundeskreis historischer Eisenbahnen aus Schwerin. Vor 20 Jahre sei er auf diese historische Brücke aus dem Jahr 1850 aufmerksam gemacht worden. „Seit dem beschäftige ich mich mit ihr.“ Er habe sie immer wieder fotografiert, Filme gedreht und sich für den Erhalt eingesetzt. „Es ist die einzige Eisenbahnbrücke aus Gusseisen, die in Deutschland erhalten ist“, sagt Falow. Ab 1850 rollten über sie nur etwas mehr als 30 Jahre lang Züge. Dann sei die Brücke für die schwerer werdenden Loks nicht mehr geeignet gewesen. Er sieht das Denkmal als Teil einer „Technikstrecke“ entlang des Güstrow-Bützow-Kanals mit einer Hub- und zwei Drehbrücken sowie einer Schleuse.

Längst sollte die Brücke, über die auch der internationale Radfernweg Berlin–Kopenhagen führt, fertiggestellt sein. Doch während der Bauarbeiten traten immer wieder Schwierigkeiten auf, u.a. ein  mächtiges Natursteinfundament.  So werden sich die bisher veranschlagten Kosten von rund 1,445 Millionen Euro (davon insgesamt 1,25 Fördermittel) um vermutlich rund 200000 Euro erhöhen. Das kündigte Bürgermeister Christian Grüschow in dieser Woche an. Eine genaue  Summe könne man erst nach Abschluss der Arbeiten sagen. Im Oktober soll die Brücke wieder freigegeben werden.

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