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Bützower Zeitung

24. November 2017 | 21:27 Uhr

Bützow : Alphörner begeistern in Klinik

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Musiker Klaus Schröder bedankt sich auf kreative Art bei der Palliativstation

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Es sollte ein ganz persönliches Dankeschön werden. Alphornbläser Klaus Schröder spielte zusammen mit Musiker Baldur Beyer in der Palliativstation der Warnow-Klinik mehrere Stücke auf seinem ungewöhnlichen Instrument.

„Ich wollte auf diese Weise einfach mal Danke sagen. Als ehemaliger Patient ist mir das ein großes Anliegen“, sagte Schröder. Denn der Lübziner war 2016 selbst mehr als drei Wochen lang Patient auf der Station. Seine Beinamputation war ein Schicksalsschlag für ihn. Auf der Station aber fühlte er sich vom Personal gut unterstützt. „Ich möchte ihnen allen danken und weiß einfach keinen anderen Weg.“

Vor rund 20 Ärzten, Schwestern, Pflegern und auch neugierigen Patienten gab er seine musikalische Danksagung zum Besten. Die Versammelten genossen es. Bei dem Stück „Schönes Mecklenburg“ wischte sich einer der Zuhörer eine Träne aus dem Augenwinkel. Das letzte Stück – sein Abschiedslied – spielte er ohne Unterstützung von Baldur Beyer. „Für mich war die Zeit hier ein neuer Start ins Leben, das habe ich Ihnen zu verdanken“, wandte sich Klaus Schröder an das Krankenhauspersonal, nachdem der Applaus verklungen war.


Musik als eine Kraft der Genesung


Dass die Musik eine gute Stütze in der Heilung sein kann, weiß Musiktherapeutin Jana-Christin Walter. Sie hatte Schröder während seines Stationsaufenthaltes betreut. „Dabei haben wir hauptsächlich eine Schmerztherapie durch Schwingung angewandt“, sagte Jana-Christin Walter. Die aus China stammende Heilkunst arbeitet mit Stimmgabeln und körpereigenen Energien, die durch Klänge stimuliert werden. „Musik ist eine Verbindung zwischen Seele und Körper“, sagte Jana-Christin Walter. Dabei kam auch immer wieder das Thema der Musik als solche auf.

Auch Stationsleiterin Dr. Iris Friesecke kennt Schröders Liebe zur Musik. Als Patient erzählte Schröder oft von seinem Hobby, dem Alphorn und der Trompete. „Bei unseren Patienten steht das ganze Leben im Fokus. Vor allem, was ihnen Kraft gibt und sie heilt. Bei manchen ist es die Musik“, so die Ärztin. Dass Schröder sich nun auf diese Weise bedankt, gefiel ihr sehr. „Das war ein schönes, sehr individuelles Wohnzimmerkonzert. Vielleicht könnten wir daraus eine kleine Tradition entstehen lassen.“

Insgesamt fünf Musikstücke hatte er mit im Gepäck gehabt. Alle sind so umgeschrieben worden, dass es Mecklenburger Melodien speziell für das Alphorn sind. „Wir spielen unter anderem ‘Schönes Mecklenburg‘, ‘Oh Abendklang‘ und ‘Vom Bützower See‘“, so Schröder. Er selbst hat die Stücke für diesen Auftritt zusammengestellt.

Die einzelnen Lieder sind von Beyer und seinen drei Mitmusikern, die gemeinsam in Witzin in einer Alphorn-Gruppe spielen, an die hiesigen, sich von den Alphörner aus Bayern unterscheidenden Melodien, angepasst worden. Baldur Beyer selbst findet die Idee Schröders, sich musikalisch zu bedanken sehr passend. „Es ist eine sehr gute Idee, sich mit den Naturklängen des Alphorns für die gute Pflege zu bedanken“, so Beyer. Daneben lobte er auch die Leistungen des Krankenhauspersonals. „Ich weiß, dass Sie einen sehr schweren Job haben.“ Das Spiel sollte auch der Auflockerung dienen.

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