4. SVZ-Sommertour nach Tarnow : Alles Bio - und noch „echte Natur"

„Im Grunde ist von der Nachtkerze alles essbar“, erklärt Ingo Sander Ulrich Garwe, Richard Dähncke und den anderen Besuchern. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel
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„Im Grunde ist von der Nachtkerze alles essbar“, erklärt Ingo Sander Ulrich Garwe, Richard Dähncke und den anderen Besuchern. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel

Wer am Freitag an der 4. SVZ-Sommertour zum Biohof und zur Ölmühle von Ingo Sander in Tarnow teilnahm, bekam Lust auf Bio. So unverfälscht wirkten seine Kulturen und die Art und Weise, wie er das native Öl gewann.

svz.de von
13. Juli 2012, 07:04 Uhr

Tarnow | Wer gestern an der 4. SVZ-Sommertour zum Biohof und zur Ölmühle von Ingo Sander in Tarnow teilnahm, bekam Lust auf Bio. So unverfälscht wirkten alle seine angebauten Kulturen und die Art und Weise, wie er aus den Saaten das native, kalt gepresste Öl gewann, dass man Lust bekam, nie wieder etwas anderes auf seinen Tisch kommen zu lassen. So nahm denn so manch einer am Ende ein Fläschchen taufrisches Speiseöl mit nach Hause, unter dem er sich nun viel mehr vorstellen kann, als zuvor.

Gewürzt mit interessanten Informationen zeigte Ingo Sander als erstes den Besuchern der Sommertour seine angebauten Wildpflanzenschläge und die anderen Kulturen, aus denen er dann mit seiner Ölmühle die verschiedensten Öle herstellt. So aus der Mariendistel, die "ein hervorragendes Speiseöl ergibt" und deren Samen zur Leberstärkung gut sein soll, den Öllein, deren blaue Blüten sich am Nachmittag schließen, das Leindotter, das mit dem anderen Lein "gar nichts zu tun hat", den Raps, dessen Bioanbau "gar nicht so einfach ist" und die gelb blühende Nachtkerze, deren größere Verwandte viele aus dem eigenen Garten kennen. "Im Grunde ist von der Nachtkerze alles essbar", sagt Ingo Sander, der den Bioanbau seit 15 Jahren betreibt und der inzwischen reichlich Erfahrung im Umgang mit alternativen Kultur- und Wildpflanzen hat. Seine Felder liegen rund um seinen Hof in der Nähe des Boitiner Steintanzes. Die Wildpflanzen nutzt er zur Saatgutgewinnung. Abnehmer dafür ist die Bahn, die dies an ihren Trassen aussät. Auch die weiße Lichtnelke hat Ingo Sander im Bestand, "zur Wiederbegrünung von Flächen oder für die Biogasproduktion". Sauerampfer, Johanniskraut, die Kohldistel, Mohn und viele weitere Pflanzen wachsen ebenfalls auf seinen insgesamt 50 Hektar rund um den Hof der Sanders, der schon über 150 Jahre in Familienbesitz ist.

So manches, was auf den Feldern von Ingo Sander gedeiht, mag in den Augen von so manchem Unkraut sein. "Unkrautvermehrung ist nicht so einfach. Wenn’s überall wächst, aber wenn es in einer Reihe steht, sieht das ganz anders aus", lacht der Biobauer. "Das ist richtig so Natur wie früher", ist Helga Boldt begeistert und freut sich über die vielen umherflatternden Schmetterlinge. Und alle anderen, die mit dem Biobauern gestern entlang der Felder gingen, sahen es wohl genauso.

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