Eickelberg : Alleen vor der Linse

Das Auge für das beste Foto: Elke Woitke „schnappt“ sich das gleiche Motiv wie Monika Hildebrandt (r.) und fotografiert an ihr vorbei.
Das Auge für das beste Foto: Elke Woitke „schnappt“ sich das gleiche Motiv wie Monika Hildebrandt (r.) und fotografiert an ihr vorbei.

Dorf-zu-Dorf-Gemeinschaft Eickelberg geht auf Fotopirsch

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19. März 2019, 05:00 Uhr

Die Gruppe „fällt“ aus der Kirchentür und schon befindet sie sich da, wo sie hin will: in einer Allee. Die Richtung kann sie sich sogar aussuchen und entscheidet sich für die Kastanienallee von Eickelberg nach Görnow. Diese Allee suchen sich die Hobbyfotografen der Dorf-zu-Dorf-Gemeinschaft Eickelberg als Fotomotiv. Dafür geht dann auch schon mal der eine in die Knie, ein anderer auf das Feld nebenan, um die Allee aus einer anderen Perspektive auf den Chip zu bannen. Noch aber zeigen sich die Kastanien nicht in ihrem schönsten Kleid. Kahl sind sie, die Knospen verdicken sich nur zögerlich. Ein sicherlich imposantes Fotomotiv sind die unförmigen Wucherungen der dicken Stämme, die die Bäume urig aussehen lassen. Leider sind diese aber auch untrügliche Zeichen dafür, dass die Bäume nicht gesund sind.

Schon seit Jahren engagiert sich der BUND bundesweit im Alleen-Schutz, erfahren die Fotofreunde zu Beginn ihres Treffens bei einem gemütlichen Frühstück in der Kirche zu Eickelberg. Wie grüne Adern ziehen sich etwa 25 000 Kilometer von Bäumen gesäumte Straßen und Wege durch die Kulturlandschaft Deutschlands. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind die alleenreichsten Bundesländer. Unser Land folgt da gleich hinter Brandenburg und könnte mit den Baumreihen entlang seiner Straßen die Entfernung von Lissabon nach Moskau überbrücken – genau 4374 Kilometer.

Die Dorf-zu-Dorf-Gemeinschaft hat viele Alleen gleich vor der Kirchentür: Besagte Kastanienallee von Eickelberg Richtung Görnow oder eine Eichenallee Richtung Labenz, eine Kastanienallee nach Eickhof, eine Lindenallee bei Warnow und richtig lange Alleen sind auch die Lindenallee von Buchenhof nach Groß Raden und die Kastanienalleen Richtung Kaarz oder nach Bolz. Fotomotive gibt es also viele.

Ihre besten Bilder wollen die Hobbyfotografen im September beim Fotowettbewerb des BUND „Allee des Jahres 2019“ zum Tag der Alleen am 20. Oktober einsenden.

„Es wäre zu schön, wenn wir einen Preis gewinnen würden“, wünscht sich Elke Woitke, das „Oberhaupt“ der Dorf-zu-Dorf-Gemeinschaft. Trotzdem soll aber aus den schönsten Fotos, die bis zum Einsendeschluss im September geschossen werden, am Tag der Alleen eine Ausstellung in der Eickelberger Kirche eröffnet werden.

Während ihres ersten Treffens schauen sich alle die Kastanienallee links und rechts des Plattenwegs Richtung Görnow genauer an. Alle Alleen sind schützenswert – doch auch dieses Kulturgut ist bedroht.

Am Beispiel der Eickelberger-Görnower Kastanienallee sieht man genau das, was der BUND generell beschreibt: „Die oft schon sehr alten Alleebäume sind zunehmend schädigenden Umwelteinflüssen ausgesetzt. Die Zahl der Neuanpflanzungen, wenn sie überhaupt stattfinden, ersetzen nicht den Verlust.“ Die Kastanienallee ist eine wundervolle Allee, da sind sich alle einig. Aber auch sie weist bereits erhebliche Lücken auf, die bislang nicht ausgeglichen wurden.

Die Fotofreunde der Dorf-zu-Dorf-Gemeinschaft werden sich nun ihre speziellen Alleen suchen und sie in ihrer Entwicklung bis zum September fotografisch begleiten. Im Mai sollen die ersten Bilder bereits in einem weiteren Treffen gezeigt und diskutiert werden. Gleichzeitig wollen alle mit dieser Aktion auf den Zustand und den Erhalt aller Alleen aufmerksam machen.


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