Bützow : Alle wollen ins Haus am See

Der aktuelle Vorentwurf sieht 35 Wohneinheiten vor. Grafik: Architekturbüro Kruse und Fliege
Der aktuelle Vorentwurf sieht 35 Wohneinheiten vor. Grafik: Architekturbüro Kruse und Fliege

Das Bauprojekt des DRK Güstrow nimmt nach etlichen Hürden konkrete Formen an / Baubeginn in den nächsten ein bis zwei Jahren

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07. November 2015, 08:00 Uhr

Die Planung für das DRK-Seniorenzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Möbelwerke in Bützow nimmt allmählich Formen an. Dem Bauausschuss wurde bei seiner jüngsten Sitzung der aktuelle Projektstand vorgestellt. Manuela Hamann, die das Projekt von Beginn an begleitet und für das Marketing des DRK-Kreisverbandes Güstrow verantwortlich zeichnet, steckte die Fakten ab. So sind insgesamt nach wie vor 35 Wohneinheiten geplant. „Die werden wir im Reihenhausstil bauen“, führte sie aus. Das heißt, dass immer mehrere Gebäude – in denen mit einer Ausnahme immer zwei Wohneinheiten untergebracht sind – zusammenstehen.

Darüber hinaus haben die zukünftigen Bewohner in Gemeinschaftsbereichen die Möglichkeit zusammenzukommen oder auch Veranstaltungen durchzuführen. „Umrundet werden die Häuser von einer Straße, die auch befahrbar ist“, so Hamann weiter. Zudem sei der Gemeinschaftsweg auch für die Bützower offen.

„Das DRK hatte sicherlich nicht erwartet, dass es an diesem Standort so viele Probleme gibt“, erinnerte Planerin Gudrun Schwarz an viele Hürden, die in den vergangenen Monaten genommen wurden. Von der Planung des Kreisverkehrs bis hin zur Hochwassergefahr gab es einige Schwierigkeiten, die den Planungsprozess deutlich verzögerten.

„Wir haben die Baugrenzen soweit zurückgesetzt, dass sie außerhalb der Hochwasserlinie liegen“, führte Schwarz, Architektin für Stadtplanung in der Bürogemeinschaft Stadt- und Landschaftsplanung, aus. Zum Gewässerschutz liege die Bebauung im nötigen Schutzabstand zum Wasser. Im Vorfeld wurden darüber hinaus sogenannte CEF-Maßnahmen durchgeführt, um die kontinuierliche Funktionsfähigkeit dieser Fortpflanzungs- oder Ruhestätte zu gewährleisten. Im Klartext heißt das, dass beispielsweise für Fledermäuse bestimmte Nistkästen angebracht wurden.

Problematisch war zudem ein Bodengutachten, das weitere Untersuchungen nach sich zog. So musste aufgrund von Belastungen im Bereich der ehemaligen Werkstatt sowie im Öl- und Farblager ein weiteres Gutachten erstellt werden. Das Ergebnis fiel zu Gunsten des DRK aus. Altlasten gebe es bei der Werkstatt keine, informierte Schwarz. Weil die Lagertanks tiefer als drei Meter im Boden lagen, seien auch hier keine Probleme zu erwarten. Um den direkten Kontakt der Bewohner mit den womöglich belasteten Flächen auszuschließen wurden im Bebauungsplan Brunnen, Souterrainwohnungen sowie Nutzgärten ausgeschlossen. In Sachen Bodendenkmalpflege müsse es nach Baubeginn direkte Abstimmungen mit dem zuständigen Amt geben.

Norbert Hinrichsen (Die Linke) wollte schließlich wissen, wer in die Wohnungen einziehen könne und eine Pflegestufe oder ähnliches Voraussetzung sei. „Wir machen da sicher eine Auswahl“, erklärte Manuela Hamann. Da es sich um altersgerechtes Wohnen handele und verschiedene Serviceleistungen im Mietpreis grundsätzlich beinhaltet seien, hätten Bewerber mit dem entsprechenden Bedarf Vorrang. „Die Lebensumstände sind entscheidend“, so Hamann im Ausschuss. Eine Interessentin, die beispielsweise außerhalb der Stadt mit Knieproblemen im dritten Stock wohne würde jemandem vorgezogen, der gesundheitlich fit, womöglich im Erdgeschoss in der Innenstadt wohne, versuchte sie ein konkretes Beispiel zu finden.

Schon jetzt gebe es zahlreiche Bewerber, die natürlich auch in die erste Reihe direkt am Wasser ziehen möchten. Wie hier die Vergabe stattfinden soll ist derzeit noch nicht geklärt.

Baubeginn für das Großprojekt ist in den nächsten ein bis zwei Jahren. Der Auslegungsbeschluss soll bereits im Dezember fallen.

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