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Tornado verwüstet Bützow : Akute Gefahrenstellen beseitigt

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Auf vielen Straßen in Bützow liegen noch zerschlagene Ziegel, Schutt oder umgefallene Bäume. Die Aufräumarbeiten werden noch Tage dauern. Hilfskräfte und Bewohner packen kräftig an.

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2015 | 09:45 Uhr

Zwei Tage nach dem verheerenden Tornado sind in Bützow die größten Gefahrenherde beseitigt. Das ist das Ergebnis einer Begutachtung der Innenstadt am Donnerstag, teilte ein Sprecher des Kreises Rostock mit. Für den Abend wurde mit der Öffnung der Hauptstraße durch die Stadt gerechnet. Von den Häusern entlang der stark betroffenen Durchgangsstraße seien lose Ziegel heruntergenommen worden.

Der Tornado, der am Dienstagabend nur knapp zehn Minuten wütete, hatte nach Angaben von Landrat Sebastian Constien (SPD) von Mittwoch einen hohen Millionenschaden angerichtet. Eine genauere Angabe war auch am Donnerstag nicht möglich. Bislang seien 123 Häuser als beschädigt gemeldet und 16 davon für unbewohnbar erklärt worden, sagte Wehrführer Holger Gadiner. Allerdings sei auch die Schadensbegutachtung noch nicht abgeschlossen. Hunderte umgestürzte Bäume müssten auch noch aus der Stadt gebracht werden.  Gleichzeitig wurden begonnen, die kleineren Seitenstraßen in der Altstadt zu räumen, sagte Gadiner. Er ging davon aus, dass auch dort die akuten Gefahrenstellen bald beseitigt sind. Dem Landkreis zufolge waren am Donnerstag rund 90 Hilfskräfte in der Stadt teils mit schwerer Technik unterwegs. Sie wurden wie am Vortag von zahlreichen Freiwilligen unterstützt. Gadiner gab für die kommenden Tage die Losung aus: „Aufräumen, anpacken und die Stadt von dem ganzen Bruch und Müll zu befreien.“

Nach Angaben des Bildungsministeriums fällt der Unterricht in der stark beschädigten Grundschule bis auf weiteres aus. In einigen Räumen werde allerdings ein Betreuungsangebot eingerichtet. In der Förderschule hatte der Unterricht am Donnerstag wieder begonnen, und im Gymnasium gingen sogar die Abiturprüfungen planmäßig weiter.

Schlimm sieht es auf dem Seehof im knapp fünf Kilometer entfernten Rühn aus. Der Hof, der sich auf Urlaubsgäste spezialisiert hat, ist zum großen Teil zerstört. Der Tornado soll sich Augenzeugen zufolge auf dem Rühner See gebildet haben. Die Familie werde nun zunächst bei Freunden unterkommen, sagte Besitzer Fred Götze der Deutschen Presse-Agentur.

Auch im historischen Kloster Rühn sind teils schwere Schäden an den Dächern zu verzeichnen. Ein Sprecher bezeichnete den Schaden zunächst auf mehrere Zehntausend Euro. Das Kloster wird seit Jahren mit großem Aufwand restauriert. Viele alte Bäume seien dem Sturm zum Opfer gefallen. Der für dieses Wochenende geplante Klostermarkt sei jedoch nicht gefährdet.

Ab 18 Uhr soll der Verkehr durch Bützows Hauptverkehrsader wieder fließen. Dieses Ziel gab heute Morgen der Krisenstab bekannt.

 

Weitere Artikel über die Unwetterschäden im Land finden Sie auf unserer Dossierseite zu dem Thema: www.svz.de/tornado

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