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Seit 20 Jahren: Geteilte Nutzung des Flughafens ist einmalig : Airport Rostock-Laage feiert sich selbst

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Seit 20 Jahren starten auf dem Flughafen in Laage neben den Eurofightern auch zivile Maschinen. Ein Jubiläum, das im Juni drei Tage lang gefeiert werden soll. Zum Geburtstag hat Airport-Chef Carsten Herget einen Wunsch.

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erstellt am 10.Apr.2013 | 06:04 Uhr

Laage | Seit 20 Jahren starten auf dem Flughafen in Laage neben den Eurofightern des Jagdgeschwaders 73 "Steinhoff" auch zivile Maschinen. Ein Jubiläum, das im Juni drei Tage lang gefeiert werden soll. Und zum Geburtstag hat Airport-Chef Carsten Herget nur einen Wunsch: "Dass sich das Land endlich zu seinem Flughafen bekennt."

Immer wieder wird nicht nur in MV über defizitäre Regionalflughäfen und deren Zukunft diskutiert. "Dabei haben wir eine enorme infrastrukturelle Bedeutung", sagt Herget. Die immer wiederkehrende Kritik ist zermürbend für den Flughafenchef, der seit September 2012 im Amt ist. "Wenn es das Interesse an diesem Standort nicht gäbe, würden wir nicht bereits das 20-jährige Jubiläum feiern", so Herget. Im Vergleich mit anderen Regionalflughäfen sei Rostock-Laage, auch wegen der bundesweit einmaligen Kooperation von ziviler und militärischer Luftfahrt, immer noch im unteren defizitären Bereich. Im Jahr 2006 betrug das Defizit 2,6 Millionen Euro. "Wir arbeiten daran, den Flughafen mittel- und langfristig in die schwarze Null zu bringen", so Herget. "Dass das aber nicht von heute auf morgen funktioniert, das sollte jedem klar sein", sprach er in Richtung der Kritiker. Neben der Gründung der Regionalfluglinie Rostock Airways, die ab August von Laage aus abheben soll, plant Herget für 2014 auch ein großes Outlet-Geschäft im Terminal. Welche Marken es dort dann zum Schnäppchen-Preis zu erwerben geben könnte, darüber hüllt sich der Airport-Chef noch in Schweigen.

Nicht kaputtreden lassen will auch Oberst Bernhard Teicke das Modell des Flughafens Rostock-Laage. Der Kommodore des Jagdgeschwaders zog eine positive Bilanz der vergangenen zwei Jahrzehnte. Es müsse für jeden auf der Hand liegen, dass ein geteilt genutzter Flughafen wie der hiesige für den Steuerzahler auf jeden Fall günstiger sei, als wenn er allein durch die Bundeswehr betrieben werden würde. Vorteile sieht Teicke auch in der größeren Flexibilität, zum Beispiel bei Abfertigungen von Personaltransporten oder Landungen außerhalb der militärischen Öffnungszeiten. "Wenn zum Beispiel die Kanzlerin an einem Wochenende kommt, würden wir natürlich auch mit unserem Personal den Flugplatz öffnen, aber so müssen wir das nicht", nennt Oberst Teicke ein Beispiel. Der erhöhte Betrieb, der durch die zivile Mitbenutzung am Flughafen entsteht, sei auch gut für die Ausbildung der Lotsen. Weil der gemeinsame Betrieb in der Vergangenheit störungsfrei verlaufen ist, hoffen alle Beteiligten natürlich auf eine lange gemeinsame Zukunft. Dass die Eignung des Flughafens derzeit von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht wird, betrachtet Herget mit Gelassenheit. Minister Volker Schlothmann (SPD), der die Studie in Auftrag gab, ist jedenfalls zur Jubiläumsfeier eingeladen.

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