Bützow : Ärger über Radfahrer auf Gehweg

Die Langestraße ist viel befahren. Auf dem Gehweg sind viele Menschen unterwegs. Und durch zahlreiche Fahrradständer und Verkaufsregale wird es manchmal auch eng. Dennoch sind manchmal Radfahrer auf dem Gehweg unterwegs. Das gefällt nicht jedem.
Die Langestraße ist viel befahren. Auf dem Gehweg sind viele Menschen unterwegs. Und durch zahlreiche Fahrradständer und Verkaufsregale wird es manchmal auch eng. Dennoch sind manchmal Radfahrer auf dem Gehweg unterwegs. Das gefällt nicht jedem.

Der Bützower Egon Dallmann hat es satt, ständig von Pedalrittern angeklingelt zu werden – ist das ein Thema in der Stadt Bützow?

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09. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Egon Dallmann ist sauer. Der Bützower kam in die Redaktion und machte seinem Unmut darüber Luft, dass seiner Meinung nach in der Warnowstadt zahlreiche Menschen mit dem Rad auf Gehwegen unterwegs sind.

Als Hundebesitzer sei er täglich mehrmals auf den Gehwegen der Stadt unterwegs. Egon Dallmann geht es explizit um Gehwege, die nur für Fußgänger ausgelegt sind. „Die Neue Bahnhofstraße ist für beide da, da ist das halt so. Da akzeptiert man das auch und der Radfahrer hat das Recht zu klingeln.“ Auf die Palme bringen ihn aber Radfahrer, die ihn auf einem ausgewiesenem Gehweg anklingeln und häufig sogar auch verbal angehen. „Das fasse ich als Belästigung und Nötigung auf“, so Egon Dallmann. Insbesondere jüngere Mitbürger seien nicht unbedingt zart besaitet, sodass auch mal unschöne Wörter fallen würden. Wenn jemand von vorn mit dem Rad kommt, gehe er zur Seite. „Aber wenn einer von hinten kommt, klingelt und mich dann auch noch belegt...“ Er sei wütend. Besonders in der Langestraße sei es ärgerlich, da dort Geschäfte ihre Waren auf dem Weg präsentieren und es so noch enger sei. Nicht nur für ihn, auch für andere Menschen, beispielsweise mit Rollstuhl oder Rollator, betont Egon Dallmann.

Auch um Kinder, die den Gehweg nutzen dürfen, geht es dem Bützower nicht. Die Erwachsenen seien es, die keine Rücksicht nehmen. Und er habe sogar schon Mitarbeiter der Stadt mit dem Rad auf Gehwegen erwischt. Das Wort „Vorbildfunktion“ fiel.

Stadt Bützow und Polizei relativieren

Die Bützower Zeitung hakte bei der Stadt Bützow und bei der Polizei nach. Grundsätzlich können beide Institutionen nicht bestätigen, dass Radfahrer auf Gehwegen ein bekanntes Thema in Bützow sind. „Im Rathaus sind keine Hinweise oder Beschwerden aufgelaufen“, erklärt Stadtsprecherin Katja Voß.

Es drohen bis zu 20 Euro Bußgeld

Auch der Polizei – für fließenden Verkehr ist die Polizei und nicht das Ordnungsamt zuständig – sei keine ungewöhnliche Häufung bekannt. „Sonst hätten wir schon Aktivitäten entwickelt“, sagt Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow. Er könne sich jedoch vorstellen, dass Egon Dallmann gelegentlich auf Radfahrer trifft. „Natürlich sollten sich Radfahrer an die Regeln halten“, betont Gert Frahm dennoch. Und stoße die Polizei auf Radfahrer, die unerlaubt auf Gehwegen unterwegs sind, würden die Beamten die Person auch anhalten und auf das Vergehen hinweisen. In der Regel werde dann eine Verwarnung ausgesprochen, in seltenen Fällen Bußgelder verhängt. Dabei komme es auf den Radfahrer an. Frahm dazu: „Wie es in den Wald schallt, so schallt es auch wieder heraus.“ Übrigens: Für den Grundtatbestand des verbotenen Fahrens auf dem Gehweg droht ein Bußgeld von 10 Euro, behindert der Radler dabei andere, können 15 Euro fällig werden. Mit 20 Euro kann man zur Kasse gebeten werden, wenn dabei andere gefährdet werden.

Appell an gegenseitige Rücksichtnahme

Auch wenn Stadtsprecherin Katja Voß nicht von einer generellen Problematik in Bützow sprechen kann, so appelliert sie dennoch an den Paragraphen 1 der Straßenverkehrsordnung und meint damit jeden einzelnen Bürger. Dieser Paragraph mahnt zur gegenseitigen Rücksichtsnahme. Stichwort Vorbildfunktion: Sie werde intern eine E-Mail herumschicken, in der die Mitarbeiter des Rathauses – „ohne lehrerhaft zu wirken“ – daran erinnert werden sollen, sich rücksichtsvoll im Verkehr zu verhalten.

Zum Vorwurf, dass Egon Dallmann Mitarbeiter der Stadt (er konnte sie namentlich nennen) mit dem Rad auf Gehwegen erwischte, erklärte Katja Voß, dass Arbeitgeber grundsätzlich nicht für das Verhalten der Mitarbeiter als Privatpersonen verantwortlich sind. Dennoch betonte sie, dass der Appell und der Verweis auf Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung aber auch die Mitarbeiter des Rathauses meine.

Und genau darum, nämlich auf mehr gegenseitige Rücksichtnahme hinzuweisen, ging es auch Egon Dallmann.

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