Heldenserie : Spezialeinheit der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan: Wenn jede Sekunde zählt

Jeder Handgriff muss sitzen: Bei Reanimationen zählt jede Sekunde. Deswegen frischten die Mitglieder der First Responder Gruppe der Schwaaner Feuerwehr regelmäßig ihr Wissen auf.
Jeder Handgriff muss sitzen: Bei Reanimationen zählt jede Sekunde. Deswegen frischten die Mitglieder der First Responder Gruppe der Schwaaner Feuerwehr regelmäßig ihr Wissen auf.

Seit vier Jahren gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan eine First-Responder-Einheit

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29. August 2019, 20:00 Uhr

„Wir haben schon alles gehabt. Knochenbrüche, Herzinfarkte, Schlaganfälle“, sagt Thomas Kulow-Krehl. Er ist Chef einer Spezialeinheit bei der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan. Die First Responder sind die einzige Gruppe ihrer Art im Landkreis Rostock. Die 16 Frauen und Männern stehen rund um die Uhr auf Abruf bereit, um im Notfall zu helfen. Nämlich dann, wenn ein Menschenleben in Gefahr ist, die medizinische Versorgung sich aber noch auf dem Weg befindet. Seit vier Jahren gibt es die schnelle Einsatztruppe. Die Initiative ging von den Kameraden selbst aus.

 

Ist ein Menschenleben in Gefahr, kommt es oftmals auf jede Sekunde an. Diese Erfahrung hatten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan immer wieder auch bei ihren Einsätzen gemacht, egal ob bei Bränden oder bei bei Unfällen. Denn nicht immer ist die medizinische Hilfe so schnell vor Ort wie die Blauröcke. Die sind zwar alle in der Ersten Hilfe ausgebildet. Doch das reicht manchmal nicht aus. Mit entsprechender Qualifizierung und entsprechender zusätzlicher Technik jedoch können die Frauen und Männer der Wehr noch schneller mit der Notfallversorgung beginnen, die über die Erste-Hilfe-Maßnahmen hinausgehen.

Voll in das Rettungssystem integriert

Nach vier Jahren Einsatz blickt die First-Responder-Einheit Schwaan zufrieden zurück. „Nach anfänglicher Skepsis sind wir jetzt voll in das Rettungssystem integriert“, sagt Thomas Kulow-Krehl. So hätte sich die Zahl der Einsätze von Jahr zu Jahr erhöht. Im Vorjahr wurden sie 35 Mal von der Rettungsleitstelle des Landkreises zum Einsatz gerufen. Dabei decken sie nicht nur die Stadt Schwaan ab, sondern den gesamten Amtsbereich. „Im Schnitt waren wir innerhalb von acht Minuten am Ereignisort“, so der Chef der Spezialeinheit.

Die besteht aus 16 Mitgliedern. Viele der Männer und Frauen kommen aus medizinischen Berufen, sind Notfallsanitäter, Rettungsassistent, Rettungssanitäter, Krankenpfleger und Arzthelfer. Zudem absolvierten alle anderen eine 80-stündige Spezialausbildung zum First Responder. Alle Teammitglieder mussten abschließend noch eine Prüfung ablegen. Der ehrenamtlichen Einheit steht außerdem ein Arzt des KMG-Klinikums Güstrow zur Seite. Der wertet in regelmäßigen Abständen mit den First Respondern die Einsätze aus und schult die Einsatzkräfte.

Die haben einen ausgeklügelten Einsatzplan

Unter der Woche eilen bei einer Alarmierung zwischen 6 und 18 Uhr alle verfügbaren Kräfte zum Gerätehaus, wo das Einsatzfahrzeug steht. Für die Nächte, die Wochenenden und Feiertage gibt es einen 24-Stunden-Schichtdienst.

Im vergangenen Jahr kam das First Responder-System 21 Menschen im Amt Schwaan zugute, resümiert Thomas Kulow-Krehl, und ergänzt aber auch: „Zweimal waren auch wir machtlos. Wir konnten zwar noch die Reanimation einleiten, aber leider kam auch diese schnelle Hilfe für die Patienten zu spät.“

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Weg, den die Kameraden der Wehr vor vier Jahren gegangen sind, der richtige war. Alle Frauen und Männer, die 2014 angefangen haben, sind bei der Stange geblieben, füllen dieses Ehrenamt voller Hingabe aus. Unterstützung erfahren sie von den anderen Kameraden der Schwaaner Wehr, den Familienangehörigen, dem Feuerwehrförderverein sowie den Stadtvertretern, die die finanzielle Mehrbelastung mittragen. Ohne diese Hilfe wären die Helfer hilflos.

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