Heldenserie : Familie Feuerwehr

Haben sich dem selben Ehrenamt verschrieben: Malte, Enrico, Lea und Engelbert Jesske aus Werle. Die drei Generationen sind alle in der Feuerwehr.
Haben sich dem selben Ehrenamt verschrieben: Malte, Enrico, Lea und Engelbert Jesske aus Werle. Die drei Generationen sind alle in der Feuerwehr.

Drei Generationen der Jesskes in Werle sind in der Freiwilligen Feuerwehr tätig.

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28. August 2019, 05:00 Uhr

Wer in der Freiwilligen Feuerwehr Werle/Kassow nach Kamerad Jesske fragt, vor dem stehen dann gleich sieben Menschen. Es scheint, als hätten die Jesskes Löschwasser im Blut, denn drei Generationen sind in der Wehr. Und der Großteil von ihnen wohnt auch noch unter einem Dach.

Posten des Wehrführers vom Vater „geerbt“

Enrico Jesske ist quasi der mittlere Jesske. Er ist Wehrführer, übernahm dieses Ehrenamt 2006 von seinem Vater Engelbert. Dieser verletzte sich nämlich bei einem Unfall während eines Einsatzes, erhielt ein neues Hüftgelenk. Einige Jahre war er trotzdem noch als Wehrführer aktiv, doch irgendwann zog die Feuerwehr-Unfallkasse die Reißleine. Enrico Jesske sprang in die Bresche. „Es hat sich ja kein anderer gefunden“, sagt der 44-Jährige. Und so bekam er die Verantwortung von seinem heute 69-jährigen Vater in die Hände gelegt, der in die Ehrenabteilung wechselte.

Wer weiß, vielleicht übergibt Enrico Jesske irgendwann die Verantwortung an eines seiner Kinder. Zumindest sind beide aktive Nachwuchs-Brandschützer. Tochter Lea ist 14, Sohnemann Malte 10. „Die Große wollte in die Feuerwehr“, blickt der Papa knapp fünf Jahre zurück. Da die Feuerwehr Werle/Kassow keine eigene Jugendwehr vorhält, kam Schwaan in Betracht. Am Ende wurde es Vorbeck. „Da ist es familiärer und Lea kannte schon einige.“ Malte trat ebenfalls mit seinem zehnten Lebensjahr der Wehr bei und lässt sich in Vorbeck ausbilden. „Er hat das ganz für sich allein entschieden“, sagt der Papa.

Kinder für Feuerwehreinsätze noch zu jung

Enrico Jesske ist richtig stolz auf seine beiden. Er ist überzeugt davon, dass sie einen guten Weg einschlagen, schließlich setzen sich Feuerwehrleute für das leibliche Wohl von Mitmenschen ein. Noch ist der Nachwuchs zu jung für Einsätze. Aber das wird sich irgendwann ändern. Macht sich der Vater dann Sorgen? „Nein“, betont er. „Alle Kameraden sind sehr gut ausgebildet, sonst würden sie gar nicht zum Einsatz dürfen.“ Er glaubt, dass sein Vater sich auch keine Sorgen mache, wenn er selbst ausrückt. Um die eigenen Kinder macht er sich zwar keine Sorgen. Aber er fürchtet sich davor, dass er während eines Einsatzes mal Kinder retten müsste.

Neben Enrico, Engelbert, Lea und Malte Jesske, die alle gemeinsam in einem Mehr-Parteien-Haus in Werle wohnen, ist auch Enrico Jesskes Bruder Sandro und dessen Frau Mareen in der Wehr. Die Brüder wurden im Januar für jeweils 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Weitere Gemeinsamkeit: Sie kümmern sich um den alten B1000. Als Eddie eintraf, wurde der B1000 aussortiert. Eddie heißt das neue Einsatzfahrzeug. „Wir wollten, dass der B1000 in der Gemeinde bleibt“, erklärt Enrico Jesske. Also bot Sandro mit und erhielt den Zuschlag. Seither ist er häufiger bei Paraden zu sehen. Übrigens: Daheim ist die Feuerwehr bei den Jesskes kein Thema. „Wir haben gelernt, die Feuerwehr auch mal hintanzustellen“, sagt der 44-jährige Garten- und Landschaftsbauer. Am Tisch habe das nichts zu suchen, dann sei nämlich Familienzeit.

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