Bützow : 42 Bäume für den Juchtenkäfer

Die Rückschnittarbeiten an den Bäumen auf dem Wall sind bereits in Gange.
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Die Rückschnittarbeiten an den Bäumen auf dem Wall sind bereits in Gange.

Die Allee am Wall bleibt trotz vieler Schäden wie sie ist – weil es ein Referenz- und Monitoring-Standort ist

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10. März 2016, 05:00 Uhr

Der Tornado beschäftigte die Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung – rund zehn Monate nachdem der Wirbelsturm durch die Stadt fegte. Thema war in diesem Fall der Baumbestand auf dem Wall. 15 Bäume wurden zerstört. „Besonders im Bereich zwischen den Straßen Vor dem Rostocker Tor und dem Ellernbruch sind die Schäden gravierend“, führte Verwaltungschef Christian Grüschow (parteilos) aus. An vielen Bäumen fehle die Krone oder Teile davon.

Im Bauausschuss sei nach den Aufräumarbeiten diskutiert worden, wie mit dem Lindenbestand weiter umgegangen werden soll. „Im Ergebnis wurde im September 2015 der Antrag auf Befreiung vom Alleenschutz gestellt.“ Zudem sei beantragt worden, 43 Bäume zu fällen, die durch Vorschäden in ihrer Standfestigkeit beeinträchtigt seien. Ziel sei gewesen, den Alleencharakter wiederherzustellen, indem neue Bäume gepflanzt werden.

Der Landkreis – und an dieser Stelle erntete Grüschow viele überraschte Blicke – genehmigte die Abnahme von genau einem Baum. „Für die restlichen 42 Bäume wurde sie durch den Landkreis Rostock untersagt“, fügte der Bürgermeister an.

Schuld an dieser Entscheidung ist der Juchtenkäfer. Der Bützower Wall mit seinen Alt-Linden sei ein Referenz- und Monitoring-Standort für den Juchtenkäfer im Sinne der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, so die Begründung. „Der Erhalt des Baumbestandes hat grundsätzlich Vorrang vor der Fällung, wenn dafür eine angemessene und zumutbare Möglichkeit besteht“, erklärte Grüschow den Anwesenden.

Ein Sachverständigenbüro hätte bei einer Baumkontrolle festgestellt, dass die Bäume erhalten werden können. Um die Standsicherheit zu gewährleisten, ist ein Rückschnitt zwingend notwendig. „Dieser muss durch einen sachverständigen Entomologen – also einen Insektenkundler – begleitet werden“, so Grüschow weiter.

Stadtvertreter Alfred Matzmohr (CDU) wollte wissen, ob nicht die Möglichkeit bestehe, einen Bauhofmitarbeiter durch eine Weiterbildung zum Fachmann zu qualifizieren, um sich externe Kräfte sparen zu können. Eine Mitarbeiterin begleite die Arbeiten bereits, erklärte Bauamtsleiterin Doris Zich. Die Arbeiten haben am Montag bereits begonnen.

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