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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 19:51 Uhr

Oettelin : 36 000 neue Bäume wachsen heran

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mitarbeiter des Forstamtes Schlemmin beginnen nach monatelangen Aufräumarbeiten in den Waldgebieten mit dem Aufforsten

svz.de von
erstellt am 21.Dez.2015 | 19:30 Uhr

Der Tornado am 5. Mai veränderte die Stadt Bützow sehr – zu sehen ist davon nach mehr als einem halben Jahr auf den ersten Blick nichts mehr. Ganz anders im Forstrevier Oettelin, wo der Wirbelsturm zig Hektar Wald zerstörte. „Hier hat am 4. Mai noch 25 Meter hoch ein Wald gestanden“, erklärt Forstamtsleiter Mathias Regenstein. „Nur ganz wenige Bäume sind stehen geblieben.“ Einige Eichen haben sich ihre Chance auf ein langes Leben hart erkämpft, so der Forstamtsleiter. Deshalb dürfen sie – sofern sich nicht doch noch Schäden zeigen – stehen bleiben.

Doch am Boden tut sich bereits wieder etwas: Unzählige kleine Buchen reihen sich unter anderem auf den knapp eineinhalb Hektar bei Oettelin endlos aneinander. In vielen Jahren werden sie wieder einen Wald bilden, auch wenn es dafür jetzt viel Vorstellungskraft braucht.

Schützenhilfe leisten Pappeln, die den anfälligen Buchen in den ersten Jahren Schutz vor direkter Sonne und Frost geben. Die Helferlein wurden als einfache Setzstangen in den Boden gesteckt. „Die schlagen allein wieder aus“, erklärt Regenstein. Zehn bis 15 Jahre wachsen die Pappeln gemeinsam mit dem neuen Buchenwald heran. Dann müssen die Helfer weichen und werden wieder abgeholzt.

„50 Hektar werden insgesamt wieder aufgeforstet, elf davon haben wir in diesem Herbst geschafft“, so Regenstein. Insgesamt pflanzten die Forstarbeiter und unterstützende Unternehmen im Herbst 22 000 Buchen, 8000 Eichen und 6000 Ahörner. „Eine gut eingespielte Forstwirtschaft schafft 600 Bäume am Tag“, so Regenstein und: „Das ist logistisch eine Herausforderung.“

Die kaum vorstellbaren Zahlen sind auch ein Grund, weshalb mit ganz kleinen Setzlingen gearbeitet wird. „Mit großen Pflanzen wäre das völlig unmöglich“, gibt Regenstein zu Bedenken. Zudem bedürfen die Mini-Buchen weitaus weniger Pflege, um zu gedeihen und Wurzeln zu treiben, als größere Setzlinge. Dennoch heißt es in den nächsten sechs bis sieben Jahren, aufpassen, denn Gras und Mäuse können den jungen Bäumchen gefährlich werden. Letztere vermehrten sich in den vergangenen zwei Jahren spürbar, so Regenstein. Gegen das Gras hilft regelmäßiges Mähen – eine Mammutaufgabe bei der Größe des Waldgebietes. Bei den Mäusen kommt der warme Dezember den Forstarbeitern zu Hilfe. „Das spielt uns in die Hände“, so Regenstein. Denn, solange die kleinen Nager an anderer Stelle Nahrung finden, sind die Bäume sicher. Die jungen Pflanzen profitieren ebenfalls vom milden Wetter.

Bevor es ans Wiederaufforsten gehen konnte, musste zunächst in monatelanger Arbeit das Holz beiseite geschafft werden. Bis zu sieben Meter hoch lagen die umgestürzten Bäume übereinander. Es dauerte Wochen, bis er einen Überblick hatte, berichtet Mathias Regenstein. Vom ersten Juni bis 20. Oktober schafften die Forstarbeiter unermüdlich Holz aus dem Wald. In knapp einer viertel Stunde leistete der Sturm allein in dem Waldstück bei Oettelin die Arbeit, für die Forstarbeiter gut sechs Jahre Zeit gehabt hätten. 24 000 Festmeter Holz wurden entwurzelt – 60 Prozent der Holzmenge, die hier in zehn Jahren abgeholzt werden sollte. Mit diesem Holz könnte bequem ein ein Meter breiter und 30 Zentimeter hoher Weg nach München verlegt werden, veranschaulicht Regenstein.

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