2014 wird Jahr der Wahrheit

Der Retentionsteich bei Klein Gischow, kurz nach der Fertigstellung. Das Pilotprojekt soll darüber Aufschluss geben, wie wirksam ein solcher „Ökoteich“ ist, um den Nährstoffeintrag in Flüsse zu minimieren. Fotos:  Ralf Badenschier (2/Archiv)
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Der Retentionsteich bei Klein Gischow, kurz nach der Fertigstellung. Das Pilotprojekt soll darüber Aufschluss geben, wie wirksam ein solcher „Ökoteich“ ist, um den Nährstoffeintrag in Flüsse zu minimieren. Fotos: Ralf Badenschier (2/Archiv)

Jahrestagung des Wasser- und Bodenverbandes Warnow-Beke / Erste messbare Ergebnisse beim Pilotprojekt „Retentionsteich“ bei Klein Gischow

svz.de von
06. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Die wichtigste Information aus dem Wasser- und Bodenverband Warnow-Beke gleich zu Beginn. „Die Beitragseinheit bleibt konstant bei 6,80 Euro“, so Verbandsvorsteher Michael Constien. Das beschlossen die Mitglieder des Verbandes auf ihrer Jahrestagung in dieser Woche. Zugleich bestätigten sie den Haushalt für das Jahr 2014

Um alle Aufgaben zu erfüllen, „ist eine deutliche Zuführung aus den Rücklagen notwendig“, so der Verbandsvorsteher. Die ist aber dank einer vorausschauenden Planung der zurückliegenden Jahre möglich ohne die Beitragseinheit zu erhöhen. Für Otto-Normalverbraucher mit einem Einfamilienhausgrundstück sei das ein Jahresbeitrag von knapp zehn Euro.

Stolz ist der Jürgenshäger Verbandsvorsitzende auf zwei Pilotprojekte, die in diesem Jahr angeschoben wurden. Zum einen ist das die digitale Erfassung des gesamten Leitungssystems im Verbandsgebiet. Mit der so genannten Meliorationskartierung hat der Verband nun eine digitalisierte Übersicht über den genauen Verlauf der rund 980 Kilometer offenen und verrohrten Gräben des Verbandes. „Zugleich haben wir aber auch das alte Kartenmaterial aus der DDR-Zeit, in dem alle Dränageleitungen eingezeichnet sind, digitalisiert“, so Verbandsgeschäftsführer Rüdiger Barz. Das ist wichtig vor allem für Landwirte und Grundstückseigentümer. Warum? Das erläuterte Barz den Mitgliedern der Verbandsversammlung an zwei Beispielen. So seien beim Bau neuer Stallanlagen in zwei Dörfern im Bützower Bereich Gebäude über Dränageleitungen errichtet worden. Danach mussten diese Leitungen dann „umverlegt“ werden. Künftig könnten solche Sachen im Vorfeld einer Baumaßnahme abgeklärt werden. Außerdem kann das Kataster Hinweise geben, wenn z.B. auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche eine „Vernässung“ auftritt. Geht unterhalb dieser Fläche eine Dränageleitung entlang, könnte das Wasser ein Zeichen dafür sein, dass diese Leitung möglicherweise defekt ist.

Ein zweites Projekt, das landesweit für Aufsehen sorgte, ist der Bau des so genannten Retentionsteiches. Bei Klein Gischow wurde ein rund 5000 Quadratmeter großes, 380 Meter lang gestrecktes Wasserrückhaltebecken angelegt. Darin sollen die Nährstoffe, die aus dem Dränagewasser einer rund 100 Hektar großen Ackerfläche kommen, und das bisher direkt in die Beke floss, abgebaut werden. Es funktioniert wie ein „Ökoteich“. Das nährstoffreiche Wasser durchfließt das Becken, in dem sich Pflanzen befinden, die besonders viele Nährstoffe aufnehmen können und die diese in pflanzeneigene Bestandteile umwandeln. „Und da wird es im kommenden Jahr spannend“, sagt Rüdiger Barz. „Dann werden wir erstmalig die Ergebnisse auswerten.“

Fortgesetzt wird 2014 die Renaturierung der Tessenitz, mit der im Oktober begonnen wurde. Das Vorhaben besteht aus drei Bauabschnitten und muss bis Mitte 2015 abgeschlossen sein, um noch in die aktuelle EU-Förderperiode zu passen. Gesamtkosten: rund zwei Millionen Euro. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Entschlammung des Wallgrabens in Bützow (Wir berichten noch ausführlich).

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