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Ein ungewöhnliches Hobby : 1000 Füße auf dem Handrücken fühlen

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Klick hat es bei Robert Klötzer und seinen meist ungefährlichen exotischen Haustieren gemacht. Der 17-jährige Schwaaner liebt Spinnentiere, Tausendfüßer, Stabschrecken, Wasserschildkröten, Riedfrösche und Fauchschaben.

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erstellt am 21.Feb.2012 | 10:12 Uhr

Schwaan | Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert. Klick hat es trotzdem gemacht bei Robert Klötzer und seinen meist ungefährlichen exotischen Haustieren. Der 17-jährige Schwaaner liebt Spinnentiere, Tausendfüßer, Stabschrecken, Wasserschildkröten, Riedfrösche, Fauchschaben oder Taggeckos. Er hält diese Lebewesen in seinen heimischen vier Wänden. "Ich habe über 20 Terrarien", sagt Robert Klötzer.

Um sein eher seltenes Hobby bekannter zu machen, war er mit zwei Tausendfüßern im Schwaaner Jugendklub "JotCee" zu Gast. Diese Tiere werden bis zu 30 Zentimeter lang und zehn Jahre alt, leben normalerweise im tropischen Regenwald. "Für mich war es die erste Veranstaltung. Ich wollte testen, wie die Resonanz ist", sagt Klötzer. Die sei durchaus positiv ausgefallen. "Ich bin zufrieden, hätte mir aber ein paar mehr Teilnehmer gewünscht", sagt der Schwaaner. 15 Interessierte seien es gewesen.

Er selber war dagegen schon auf vielen verschiedenen Börsen, hörte sich Vorträge an. "Das hat mein Interesse nur noch bestärkt", sagt der Realschüler. Zudem bildet sich Klötzer ständig weiter. "Man muss sich immer auf dem Laufenden halten. Pro Jahr werden über 200 neue Arten entdeckt", sagt Klötzer.

Angefangen hat es, als er sieben Jahre alt war. Ein Freund von ihm, der beim Verein "ZAG Wirbellose e. V." arbeitete, nahm ihn mit und entfachte die Leidenschaft des jungen Schwaaners, der mittlerweile Mitglied des Vereins ist. Mit 14 habe er von seinen Eltern einen Tausenfüßer zum Geburtstag bekommen. Seitdem kamen immer mehr Tiere dazu. "Ich halte Terrarientiere für die idealen Haustiere", sagt Robert Klötzer, weil sie vor allem wenig Zeit in Anspruch nehmen. Man brauche z. B. nicht Gassi gehen, müsse sich nur eine halbe Stunde in der Woche um sie kümmern. Trotzdem habe man Freude daran, sieht die Tiere jeden Tag. Zudem halten sich die Kosten in Grenzen. "Ich gebe nicht mehr als 40 bis 50 Euro im Monat aus. Der größte Teil sind Stromkosten", sagt Klötzer. Ansonsten ernähren sich die Tiere von Insekten, Früchten oder Obst.

Trotz der "einfachen" Handhabung sind exotische Haustiere in der Region nur ganz selten zu finden. "Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den wenigen Bundesländern, wo die Terraristik sehr wenig verbreitet ist", sagt Robert Klötzer. Er habe in der Nähe auch keinen Bekannten, der sein Hobby teile.

Stattdessen schrecken die Tiere sogar einige ab. "Ich hatte eine Freundin, die damit gar nicht klar kam. Die Reaktionen sind aber ganz unterschiedlich. Von Neugier bis Ekel und abstoßend ist alles dabei", sagt der Single. Dabei müsse man keine Berührungsängste haben, der Großteil seiner Haustiere sei völlig harmlos.

Klötzer plant auch schon seinen nächsten Besuch im "JotCee". "Wir sind dabei, etwas Neues auf die Beine zu stellen. Dann mit anderen exotischen Tieren", sagt er.

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