zur Navigation springen
Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 17:10 Uhr

groß grenz : 10 Cent Verlust mit jedem Liter

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Den niedrigen Milchpreis spürt auch der Groß Grenzer Agrarbetrieb, wo in diesem Jahr mit Bedacht gewirtschaftet werden muss

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 12:00 Uhr

An einem Liter Milch verdient der Groß Grenzer Agrarbetrieb (GGAB) derzeit 26 Cent. Zu wenig, um dauerhaft gesund zu wirtschaften. „Wir brauchen im Schnitt 36 Cent, um kostendeckend zu produzieren“, erklärt Kathrin Naumann, die den Betrieb leitet. Das heißt mit jedem verkauften Liter Milch macht der Betrieb zehn Cent Miese.

„Wir nehmen eine halbe Million Euro weniger ein“, überschlägt sie.

Die Gründe für den derzeitigen Milchpreis sieht sie in verschiedenen Faktoren. „Wir bewegen uns mit der Milch auf dem Weltmarkt“, gibt Kathrin Naumann zu Bedenken.


Embargo trifft Milchproudzenten


Sowohl die USA als auch Neuseeland produzierten in diesem Jahr deutlich mehr Milch, was die Sitution erschwert. Hinzu komme, dass der Markt in China eingebrochen sei und: „Das Russlandembargo macht es uns schwer“, erklärt Naumann. Der Betrieb ist damit keine Ausnahme. Der Export sei quasi auf null zurückgegangen, heißt es in einer Analyse des Deutschen Bauernverbandes (DBV). „Mengen, die bisher nach Russland exportiert wurden, drängen auf den EU-Binnenmarkt und sorgen für zusätzlichen Preisdruck“, so die Auswertung des DBV.

Der Importstopp sei aber ein von der Politik geschaffenes Problem, dass die Landwirte belaste, daher erwarte sie, dass auf politischer Ebene zu Gunsten der Milchproduzenten gehandelt wird, so Naumann. Einen staatlichen Eingriff in Form einer Quote will sie aber nicht. „Die wenigsten wollen in der Menge reguliert werden“, ist sie überzeugt, dass dies der der falsche Ansatz sei. Sie wolle sich nicht vom Staat beeinflussen lassen.

„Wir sind auch ein Unternehmen und wollen freie unternehmerische Entscheidungen treffen“, begründet sie ihre Haltung.


Am Personal wird nicht gespart


Andere, kleinere Betriebe könnten die Verluste zum Teil über Personalkosten auffangen, weiß Naumann. Der Landwirt zahle sich dann womöglich selbst einfach weniger. Eine Möglichkeit, die für den GGAB mit vielen Mitarbeitern nicht in Frage kommt, stellt die Unternehmerin klar.

Sie hofft, dass die Situation sich wieder entspannt. Schon einmal waren die Preise bedenklich gesunken. In den Jahren 2008/2009 sank die Quote sogar auf 20 Cent pro Liter. Derzeit könne der Betrieb noch gut wirtschaften und auf Rücklagen aus dem guten vergangenen Jahr zurückgreifen. Womöglich müssen Investitionen verschoben werden. Jedoch sei Milchproduktion im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent gestiegen. „Wir sind zuversichtlich.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen