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Warnemünde Zwei Dünen fallen laut Konzept

Von Sabine Schubert | 23.02.2010, 01:57 Uhr

Exakt 25 000 Euro hat die Tourismuszentrale für Rostock und Warnemünde in ihrem Haushalt eingeplant für das Abschieben von zwei Dünen, das Nachpflanzen von Strandhafer, das Freilegen der Strandzugänge und das Entleeren des Sandfanggrabens an der Mole von Warnemünde.

 

Vor allem das Abschieben der Dünen findet Jahr für Jahr die geteilte Meinung vieler Warnemünder und Touristen, die diese Aktion diskutieren. "Diese Maßnahme geschieht nicht willkürlich, sondern basiert auf einem Konzept, das Mitarbeiter in den zuständigen Ämtern, Behörden und Umweltverbänden im Jahr 2002 gemeinsam erarbeitet haben", sagt Marita Schröder. Wie die Tourismuschefin erläutert, ist in dem für zehn Jahre laufenden Papier genau festgelegt, welche der 13 Dünen wann verkleinert werden dürfen. "Ab 22. März haben wir eine Raupe geordert, die die Dünen am Strandzugang 4 in Höhe Schusters Strandbar sowie in Höhe des Hotels Neptun ab- sowie die wichtigsten Zugänge zum Strand frei schieben wird. Wir hoffen, dass das Wetter mitspielt und wir die Arbeiten zügig abschließen können", sagt Schröder. Sie hat dabei den vergangenen April im Auge, als so früh im Jahr bereits sommerliche Temperaturen Besucher ans Wasser lockten und die Vermieter ihre Körbe an den Strand transportieren wollten.

Bevor die Dünen abgeschoben werden, machen sich Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün, Naturschutz, Landschaftspflege ein Bild vom Zustand, legen genau fest, wo Pflöcke als Begrenzung des Bereiches eingeschlagen werden, so dass tatsächlich nur die Weiß düne fällt, während die Graudüne unantastbar ist. Der Sand, so versichert die Tourismuschefin, wird nicht verkauft und abtransportiert, sondern auf den Strand geschoben, wodurch eine Qualitätsverbesserung erreicht wird. Das Konzept sieht auch vor, in welchem Umfang die verkleinerte Düne sofort mit Strandhafer bepflanzt werden muss.

Im Zuge der Aktion wird der Graben neben der Mole, der ein Teil des Flugsandes aufnehmen und den angrenzenden Alten Strom sowie die Zufahrt zum Seekanal vor Versandung schützen soll, entleert. Im vergangenen Jahr musste die Sandfangfalle sogar zwei Mal geräumt werden, da ungewöhnlicherweise zu Beginn des Sommers heftige Stürme über Warnemünde hinwegfegten. "Zu dieser Zeit hatten wir im Interesse unserer Urlauber natürlich die Sandfangzäune, die von Herbst bis Frühjahr gute Dienste leisten, längst abgebaut. Da war nicht nur der Graben wieder voller Sand, sondern auch die Zugänge zum Strand. Wir mussten die Raupe erneut anfordern, da diese Arbeit mit unserer eigenen Technik nicht zu schaffen war", erinnert sich die Leiterin der Tourismuszentrale.

Zum Ende des Jahres werden sich die Fachleute erneut mit dem umfangreichen Konzept zur Pflege der Dünen beschäftigen. Geprüft wird dann, ob sich die darin festgelegten Maßnahmen bewährt haben, welche weniger oder besonders sinnvoll waren, was im Interesse von Fauna und Flora sowie des Umwelt- und Küstenschutzes möglicherweise ab dem Jahr 2012 verändert werden sollte.

Auch der Wunsch einiger Warnemünder, das Abschieben weiterer Dünen in Richtung Wilhelmshöhe zuzulassen, wird dann auf dem Prüfstand stehen. "Wir haben in den zurückliegenden Jahren Erfahrungen gesammelt und bereits erste Maßnahmen getroffen. So sah das Konzept vor, die Gehölze auf den Dünen entlang der Seepromenade im Zuge des Abschiebens gänzlich zu entfernen. Wir haben aber rasch erkannt, dass das wenig Sinn macht, denn dieses Strauchwerk ist ein guter Sandfänger. Jetzt bleibt das Gebüsch stehen, wir pflegen es vor Beginn der Vogelbrutzeit", sagt Schröder.