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Tarnow Zettelwirtschaft abgeschafft

Von jchr | 19.03.2018, 05:00 Uhr

Tarnower Gemeindevertretung hat elektronischen Sitzungsdienst beschlossen und eigene Vorstellungen umgesetzt

Zettelwirtschaft ist nicht mehr zeitgemäß. Dieser Ansicht war nicht nur das Amt Bützow-Land, als es die „Amtsverwaltung 2.0“ beschloss, sondern ist nun auch Tarnow. Die Gemeindevertreter haben den elektronischen Sitzungsdienst beschlossen. Allerdings nicht so, wie es das Amt vorgeschlagen hatte.

Die von der Amtsverwaltung gefasste Beschlussvorlage sah vor, dass die Gemeinde den Mandatsträgern sowie den sachkundigen Einwohnern einmalig 600 Euro zur Anschaffung und Unterhaltung von Tablets zukommen lassen sollte. Die Tablets mit entsprechenden Apps sollen die Unterlagen in Papierform ersetzen. Die 600 Euro sollten für eine ganze Amtsperiode gelten. Wer vorzeitig ausscheidet, sollte die Hälfte zurückzahlen. Bei laufenden Wahlperioden sollte die Summe halbiert werden.

Dies war der Vorschlag des Amtes. Diesen lehnte die Gemeindevertretung ab. Allerdings nicht den elektronischen Sitzungsdienst per se. „Wir sind uns einig, dass wir das machen wollen“, sagt Bürgermeister Ingo Sander. „Aber es geht um die Art und Weise der Gerätebeschaffung.“ Die Gemeinde hat beschlossen, den Mandatsträgern nicht das Geld auszuzahlen, sondern die Geräte selbst zu kaufen und leihweise auszuteilen. So muss sich nicht jeder Gemeindevertreter selbst um die Beschaffung eines Tablets kümmern.

Das habe laut Ingo Sander zwei Vorteile. Zum einen koste es die Gemeinde weniger, zum anderen werden technische Schwierigkeiten ausgemerzt. Es sei nicht klug, wenn jeder im Alleingang etwas kauft und am Ende alle verschiedene Geräte besitzen. „Das bedeutet auch individuelle Probleme“, fürchtet der Bürgermeister. Es sei sinnvoll, wenn alle die gleichen Geräte haben und man im Fall eines Problems helfen könne.

Alle Gemeindevertreter waren sich über die Einführung des elektronischen Sitzungsdienstes einig. Nun soll das Vorhaben so schnell wie möglich umgesetzt werden, erklärt Bürgermeister Ingo Sander.