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Schwaan Warnowlöper im Winterschlaf

Von jchr | 12.03.2018, 21:00 Uhr

Schiff wird auf Vordermann gebracht, ehe die Saison ab 1. Mai wieder startet. Vorerst keine Fahrten nach Rostock

Während die Stadt Schwaan Planungen vorantreibt, um den Tourismus zu fördern, liegt ein touristisches Schwergewicht derzeit im Winterschlaf. Der Warnowlöper. Nach einer anstrengenden Saison ruht er sich aus, ehe die neue am 1. Mai wieder beginnt.

Knapp 3000 Passagiere nutzten 2017 den Warnowlöper, das Elektromotorschiff, das zwischen Schwaan und Bützow schippert. Angesichts von drei Fahrttagen, ohne Zusatzfahrten im Sommer, ein stolzer Wert. Darunter waren viele Radfahrer, auch Rollstuhlfahrer und sogar Schulklassen, die ihren Abschluss feierten, berichtet Renee Recke, geschäftsführender Gesellschafter der Warnow Tourismus GmbH. Mit 3000 Gästen ist der Schwaaner zufrieden. „Darauf hat es sich eingependelt. Das sollte auch für die nächsten Jahre die Größenordnung sein.“ Die Warnow Tourismus GmbH sei kein Wirtschaftsunternehmen, das restlos alles minutiös plane, so Renee Recke. Deshalb behalte man auch „moderate Preise“ bei, der Spaß solle bei den Gästen an erster Stelle stehen.

Für gewöhnlich fährt das Schiff drei Stunden von Schwaan nach Bützow und umgekehrt. Während der jeweiligen Festlichkeiten in den beiden Städten wie dem Hafenfest, den Gänsemarkttagen oder dem Brückenfest wurden vor Ort aber auch kürzere Strecken für die Festbesucher angeboten – und nachgefragt. „Einfach mal eine Stunde raus, alles sehen und genießen“, beschreibt Renee Recke die Kurzfahrten.


Natur pur statt wilde ActionDas Genießen steht aber nicht nur während der Kurzfahrten auf dem Programm. Renee Recke weiß, warum die Fahrten auf der Warnow so beliebt sind. „Man kann die Seele baumeln lassen.“ Wer wilde Tiere und herumtollende Biber erwartet, der sei an der falschen Adresse. „Das ist eher unwahrscheinlich“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter. „Wahrscheinlicher ist es, Fischadler, Reiher oder Rehe zu sehen.“ Es gehe um eine Fahrt in die Natur, nicht um große Action. Auch wissenswert sind die Fahrten über die Warnow mit einem der sechs Skipper, die früher alle zur See fuhren und heute im Rentenalter sind. „Den Gästen wird viel erklärt“, so Recke. Als Beispiele nannte er Burg Werle, den Kanal oder etwa den geänderten Warnowverlauf zwischen Kassow und Werle.

Ruhe, Spaß und Informationen – das soll auch in der neuen Saison so bleiben. Ändern soll sich hingegen die Buchung. Bislang übernahm Renee Recke die Buchungen größtenteils telefonisch allein. Nun sollen die Tourist-Informationen der beiden anzufahrenden Städte eingebunden werden. „Aber auch telefonisch und online geht das weiterhin“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter.

Ändern sollte sich auch der Fahrtweg. Denn neben einer Testfahrt nach Rostock wurde auch eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob diese Route dauerhaft angeboten werden kann. „Es hat viele Gespräche gegeben“, erklärt Renee Recke. Eingebunden waren alle, die etwas mit der Warnow zu tun haben. Letztlich äußerte die Naturschutzbehörde Bedenken.


Auflagen-Flut für Fahrt nach RostockUm das Vorhaben dennoch voranzutreiben, wäre viel Aufwand, Zeit und Geld notwendig. Alles – die gesamte Flora und Fauna zwischen Rostock und Schwaan – müsste kartografiert werden. Recke spricht von „weitreichenden Aufgaben“. Es würde Auflagen geben, die es in sich hätten. Derzeit liegt das Thema Fahrten nach Rostock auf Eis. „Das mittelfristige Ziel von der Schifffahrt nach Rostock in 2018 ist in weite Ferne gerückt“, erklärt Renee Recke. Aufgegeben hat er dieses Ziel jedoch nicht.

So bleibt es erst einmal dabei, dass der Warnowlöper jeweils Schwaan und Bützow als „Zielhafen“ anfährt. Und das wieder ab 1. Mai. Derzeit laufen die Planungen für die neue Saison. So soll beispielsweise im Frühjahr die Beplanung des Schiffs erneuert werden. Außerdem stehen generelle Überholungsarbeiten an Motoren und Bänken an, auch die Bezüge müssen aufgefrischt werden. „Bis Mitte April soll alles fertig sein, sodass wir im Mai wieder startklar sind“, gibt Renee Recke die Marschroute vor.